Im Alltag fühlt sich die Tuareg 660 erfreulich kompakt an, ohne bei langen Etappen nervös oder unterdimensioniert zu wirken. Der 659-cm³-Zweizylinder liefert 80 PS und 70 Nm, wobei vor allem der kräftige Mittelbereich für sauberes Herausbeschleunigen aus engen Kurven sorgt. Beim Anbremsen bleibt die Maschine stabil, der Druckpunkt ist klar und die schlanke Ergonomie erleichtert schnelle Wechsel zwischen Sitzen und Stehen. Mit 204 Kilogramm fahrfertigem Gewicht und rund 200 km/h Höchstgeschwindigkeit ist sie kein Leichtgewicht im Enduro-Sinn, aber im Vergleich zu vielen großen Adventure-Bikes deutlich handlicher. Die umfangreiche Elektronik hilft auf losem Untergrund, ohne den mechanischen Charakter von Motor und Fahrwerk zu überdecken.
Die Aprilia Tuareg 660 steht im Adventure-Segment dort, wo viele suchen, aber nur wenige wirklich landen: Sie ist für Fahrer gedacht, die regelmäßig Asphalt verlassen wollen, ohne auf sportliche Straßenperformance zu verzichten. Ihr großer Trumpf ist die Verbindung aus schmalem Aufbau, niedrigem gefühltem Gewicht und einem charakterstarken Zweizylinder. Auf kurvigen Nebenstraßen lenkt sie leicht ein, bleibt beim Umlegen stabil und setzt Gasbefehle mit angenehmem Nachdruck um. Im losen Untergrund vermittelt das Fahrwerk viel Vertrauen, während die Elektronik fein genug arbeitet, um Traktion zu sichern, ohne den Fahrer ständig zu bevormunden. Gegen eine Yamaha Ténéré 700 wirkt sie kräftiger und kompletter ausgestattet, gegen eine Honda Transalp 750 agiler und geländetauglicher. Die KTM 790 Adventure bietet mehr Motorreserven, wirkt aber weniger unkompliziert. Die Tuareg ist damit keine weichgespülte Reiseenduro, sondern eine vielseitige, sportlich abgestimmte Plattform für echte Streckenfreiheit.
Wer eine Adventure für kurvige Landstraßen, Schotterpisten und längere Entdeckungstouren sucht, findet in der Tuareg 660 eine der stimmigsten Lösungen ihrer Klasse. Sie fährt präzise, fühlt sich leichtfüßig an und besitzt genug Punch für sportliches Tempo. Im Vergleich zur Ténéré 700 bietet sie mehr Elektronik und einen kräftigeren Auftritt, bleibt aber weniger radikal als eine ausgewachsene Rally-Enduro.
Die im Netz verfügbaren Tests und Fahrermeinungen zeichnen ein überwiegend sehr positives Bild der Tuareg 660. Besonders häufig werden das präzise Fahrwerk, die umfangreiche Elektronik und der kräftige Durchzug des Zweizylinders hervorgehoben. 1000PS beschreibt den Motor der neueren Ausbaustufe als deutlich druckvoller im unteren und mittleren Drehzahlbereich, merkt aber an, dass die direkte Gasannahme Eingewöhnung verlangt. ADV Pulse sieht die Rally-Version als besonders konsequente Weiterentwicklung für anspruchsvolles Gelände und betont die Reserven von Fahrwerk und Schutzteilen. In Nutzerbewertungen bei Moto.it wird die Tuareg als leicht, wendig und vielseitig gelobt; zugleich tauchen Hinweise auf Wärmeentwicklung, Händlerbetreuung und eine nur bedingt ideale Soziustauglichkeit auf. Apriliar selbst positioniert das Modell als Verbindung aus Straßenkomfort und echter Geländefähigkeit. Der Tenor: sehr kompetent, emotional und sportlich, aber nicht vollkommen kompromissfrei. Quellen: aprilia.com; storeusa.aprilia.com; moto.it. Quelle ansehen