Schon beim Aufsteigen macht die Streetfighter klar, dass sie kein gewöhnliches Naked Bike sein will. Die Sitzposition ist trotz breitem Lenker sportlich nach vorn orientiert, der Tank gibt beim Anbremsen viel Halt und der V4 reagiert auf kleinste Gasbefehle mit beeindruckender Direktheit. Auf kurviger Strecke liegt ihre Stärke im Übergang von brutalem Punch zu erstaunlicher Präzision: Spät bremsen, einlenken, ans Gas – die Ducati bleibt stabil und baut beim Herausbeschleunigen massiven Druck auf. Die Elektronik nimmt dem Erlebnis nicht die Schärfe, sondern macht die 208 PS überhaupt kontrollierbar. Gleichzeitig bleibt die Supreme im Alltag fordernd, weil Winddruck, Hitze und die extreme Motorcharakteristik dauerhaft Präsenz verlangen. Gegenüber der normalen V4 S kauft man vor allem Exklusivität, während BMW und KTM mit ähnlicher Leistung teilweise mehr Alltagsspielraum oder ein direkteres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.
Die Streetfighter V4 Supreme steht an der Spitze der kompromisslosen Power-Naked-Bikes – und sie richtet sich weniger an Vernunftkäufer als an Fahrer, die maximale Emotion mit exklusivem Auftritt verbinden wollen. Ihr stärkstes Argument bleibt der Desmosedici-V4: Der Motor hängt direkt am Gas, schiebt bereits aus mittleren Drehzahlen kräftig an und verwandelt sich oberhalb von 7.000 U/min in eine fast hemmungslose Druckmaschine. In schnellen Kurven vermittelt das präzise Fahrwerk viel Vertrauen, während die Flügel beim Anbremsen und Herausbeschleunigen spürbar Ruhe ins Motorrad bringen. Die Bremse setzt den Referenzpunkt, weil sie hart, fein dosierbar und wiederholbar arbeitet. Gegen eine BMW M 1000 R wirkt die Ducati emotionaler und mechanisch dramatischer, gegen eine KTM 1390 Super Duke R weniger brachial, dafür kultivierter und rennsportlicher. Die Supreme ist keine neue Leistungsklasse, sondern die besonders begehrenswerte Verpackung einer ohnehin außergewöhnlichen V4 S.
Als Fahrmaschine ist die Streetfighter V4 Supreme eine der eindrucksvollsten Power-Nakeds ihrer Generation. Sie verbindet Superbike-Hardware mit einer aufrechten Sitzposition und liefert dabei gewaltigen Schub, starke Bremsen und viel Kurvenvertrauen. Der Aufpreis gegenüber der V4 S steckt hauptsächlich in Limitierung, Design und Sammlerwert. Für rationale Käufer ist sie schwer zu rechtfertigen, für Ducati-Fans mit Sinn für Besonderes dagegen nahezu unwiderstehlich.
Die im Internet verfügbaren Einschätzungen zeichnen ein überwiegend positives, aber differenziertes Bild. Ducati selbst positioniert die Supreme als ultra-limitierte Sammleredition auf technischer Basis der Streetfighter V4 S und betont die Kombination aus V4-Leistung, Flügel-Aerodynamik, Öhlins-Smart-EC-Fahrwerk und exklusiver Ausstattung. Fahrberichte zur aktuellen Streetfighter-Generation loben vor allem das höhere Vertrauen am Kurveneingang, die bessere Rückmeldung und die leichter zugängliche Performance gegenüber früheren Baujahren. Cycle World hebt die ausgefeilte Elektronik und das sichere Gefühl beim harten Anbremsen hervor, während Cycle News die weichere Fahrwerksabstimmung und das zusätzliche Gefühl für den Reifen als große Fortschritte beschreibt. Kritischer fallen Meinungen zur Preislogik aus: Für viele besteht der eigentliche Mehrwert der Supreme vor allem in Lackierung, Limitierung und Sammlerstatus, nicht in deutlich mehr Fahrleistung. Quellen: ducati.com; cycleworld.com; cycleworld.com. Quelle ansehen