Man merkt ihr den Entwicklungsfokus auf Leichtigkeit sofort an: Sie lenkt leicht ein, hält die Linie sauber und wirkt in schnellen Wechselkurven erstaunlich „klein“. Der Motor liefert einen kultivierten, gut dosierbaren Schub, der auf der Landstraße mehr bringt als reine Spitzenleistung, weil man seltener hektisch nach dem richtigen Gang sucht. Auf Tour überzeugt die Ergonomie mit entspannter Kniehaltung und ordentlichem Windschutz, ohne dass das Bike träge wirkt. Elektronik und Fahrmodi sind so abgestimmt, dass man zwischen sportlichem Antritt und entspanntem Gleiten wirklich umschalten kann, statt nur die Anzeige zu ändern. Im Markt ist sie damit die sportlichere Alternative zu vielen japanischen Sporttouring-Crossovern und die naheliegende Wahl für alle, denen eine Multistrada V4 zu groß, zu teuer oder schlicht zu viel Motorrad ist.
Im Segment der mittleren Reiseenduros positioniert sich die Multistrada V2 (2025) für Fahrer, die ein agiles, straßenorientiertes Tourenmotorrad mit sportlichem Einschlag suchen, aber nicht die schiere Wucht und Komplexität der V4 brauchen. Auf meiner Hausstrecke wirkt sie wie „zusammengeschrumpft“: Beim Einlenken fällt sie fast von allein in die Linie, bleibt dabei aber stabil, wenn ich am Kurvenausgang früh ans Gas gehe. Der Punch kommt sauber und kontrollierbar, gerade aus engen Kehren heraus, ohne dieses ruppige Aufstellmoment, das ältere Setups manchmal zeigen. Beim harten Anbremsen vor dem Scheitelpunkt steht sie ruhig, und ich kann Bremspunkte spät setzen, weil das Fahrwerk nicht nervös nachwippt. Gegen eine BMW F 900 XR wirkt die Ducati feiner im Lenkgefühl und „sportlicher“ in der Rückmeldung, gegen eine Yamaha Tracer 9 GT weniger verspielt, dafür erwachsener und präziser. Wer viel Landstraße fährt, gelegentlich Pässe jagt und trotzdem entspannt Kilometer frisst, findet hier eine sehr stimmige Mitte.
Für mich ist das die Multistrada für die meisten: leichtfüßig, präzise und tourentauglich, ohne die V4-Übermacht zu brauchen. Sie fährt sich in Kurven überraschend sportlich und bleibt beim Bremsen stabil. Kleine Detailkritik aus dem Netz (Quickshifter/Bedienqualität) sollte man beim Proberitt prüfen. Wenn das passt, ist sie ein starkes Gesamtpaket.
In den Tests wird die 2025er Multistrada V2 häufig als konsequente Neuausrichtung beschrieben: deutlich leichter und dadurch spürbar handlicher, mit mehr Leichtigkeit beim Rangieren und einem sehr willigen Kurvenverhalten. Cycle News betont die große Gewichtsersparnis und hebt hervor, dass Ducati die Gasannahme im unteren Drehzahlbereich spürbar geglättet hat, ohne den Motor „lahm“ wirken zu lassen. Bennetts ordnet den Schritt weg von Desmodromik hin zu einem konventionelleren Ventiltrieb als logische Modernisierung ein und sieht Vorteile bei Wartung/Alltag, während die Leistungsentfaltung dank variabler Einlasssteuerung als breit nutzbar beschrieben wird. In Nutzer-Threads auf Reddit tauchen neben viel Lob für Motor, Fahrwerk und Bremsen auch wiederkehrende Kritikpunkte auf: teils als „klobig“ empfundenes Schaltverhalten bzw. Quickshifter-Feinheiten bei niedriger Drehzahl (bei manchen per Update verbessert), außerdem Diskussionen über Details der Bedienqualität und den Sitzkomfort je nach Statur. Quelle ansehen