Mit 463 cm³ Hubraum, 44 PS und 42 Nm Drehmoment bleibt die Fantic auf dem Papier in der A2-nahen Mittelklasse, fühlt sich wegen ihres niedrigen Gewichts aber deutlich lebendiger an. Der flüssigkeitsgekühlte Einzylinder reagiert spontan, schiebt aus Kurven kräftig an und lässt sich über das Sechsganggetriebe sauber kontrollieren. Auf kurvigen Nebenstraßen spielt die Rally ihre Karten aus: leichtes Einlenken, viel Übersicht und ein Fahrwerk, das schlechte Asphaltstellen ebenso wegfiltert wie leichte Schotterpassagen. Die grobstollige Ausrichtung kostet auf der Straße etwas Präzision und Ruhe, während die Höchstgeschwindigkeit von rund 145 km/h längere Autobahnetappen nicht zum bevorzugten Einsatz macht. Dafür bietet die Fantic mehr echte Geländereserve als viele optisch ähnliche Scrambler und bleibt deutlich handlicher als größere Reiseenduros. Euro 5+ bringt sie zudem sauber durch die aktuelle Abgaswelt, ohne den mechanischen Charakter des Motors vollständig zu glätten.
Goldene Gabel, hochgezogener Kotflügel, schmale Taille – die Caballero Rally 500 bleibt schon im Stand im Kopf. Auf dem Motorrad fällt dann sofort die aufrechte, angenehm aktive Ergonomie auf: Man sitzt nicht in, sondern über der Maschine und kann sie in engen Kurven mit wenig Kraft umlegen. Der Einzylinder hängt direkt am Gas, liefert aus niedrigen Drehzahlen ordentlich Druck und klingt mechanisch-kernig, ohne künstlich auf Lautstärke getrimmt zu sein. Mit 150 Kilogramm fährt sich die Fantic leichtfüßig, beim Anbremsen bleibt sie stabil und auf losem Untergrund vermittelt das lange Fahrwerk echtes Vertrauen. Ihre 44 PS verlangen auf der Autobahn etwas Geduld, machen auf Landstraßen aber erstaunlich viel Spaß. Gegen eine Honda NX500 wirkt sie eigenständiger und geländelastiger, gegen eine Ducati Scrambler rustikaler und weniger geschniegelt. Genau darin liegt ihr Reiz: keine verkleidete Reiseenduro, sondern ein spielerischer, charakterstarker Allrounder.
Wer eine leichte Scrambler mit echter Offroad-Ambition sucht, findet in der Rally 500 eine ungewöhnlich eigenständige Lösung. Sie fährt sich verspielt, klingt charaktervoll und besitzt ein Fahrwerk, das nicht nur Show ist. Auf der Straße begrenzen Reifen und Höchstgeschwindigkeit den Fernreisekomfort, auf kurvigen Landstraßen und Schotterwegen glänzt sie dafür umso stärker. Gegen Honda, Ducati und Triumph setzt sie weniger auf Prestige als auf Leichtigkeit, Eigenständigkeit und ehrlichen Fahrspaß.
Die verfügbaren Tests zeichnen ein sehr einheitliches Bild: Die Caballero Rally 500 wird als außergewöhnlich leichtes und charaktervolles Motorrad wahrgenommen, das deutlich mehr kann als ein reiner Stil-Scrambler. MCN lobt die Kombination aus Ausstattung, Fahrspaß und dem erwachsenen Gefühl trotz des kleinen Hubraums. 1000PS hebt vor allem die Offroad-Kompetenz hervor: Das voll einstellbare Fahrwerk, das 21-Zoll-Vorderrad und die schmale Ergonomie machen die Fantic auf losem Untergrund wendig und vertrauenerweckend. Gleichzeitig wird die Sitzposition für sehr große Fahrer als etwas kompakt beschrieben. Bennetts bewertet den Einzylinder als kultiviert und kräftig genug für Landstraßen, merkt aber an, dass die Maschine eher auf Fahrspaß als auf lange Autobahnetappen ausgelegt ist. Wiederkehrende Kritikpunkte sind die grobstollige Bereifung auf Asphalt, mögliche Vibrationen und die begrenzte Langstreckenreserve. Quellen: motorcyclenews.com; 1000ps.com; caballero.jp. Quelle ansehen