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Mit 1.084 cm³ Hubraum, 102 PS und 112 Nm setzt die CRF1100L Africa Twin 2026 auf einen kräftigen, gut kontrollierbaren Zweizylinder statt auf extreme Spitzenleistung. Die elektronische ES-Federung passt Dämpfung und Beladung an und reduziert damit die Kompromisse zwischen kurviger Landstraße, Gepäckreise und losem Untergrund. 233 Kilogramm fahrfertig sind kein Leichtgewicht, doch die schmale Ergonomie und der tiefe Schwerpunkt lassen die Honda deutlich handlicher wirken, als es die Zahl vermuten lässt. Beim Herausbeschleunigen aus engen Kehren liefert der Motor viel Traktion, während die stabile Front beim späten Anbremsen Sicherheit vermittelt. Mit bis zu 199 km/h bleibt sie auch auf langen Autobahnetappen souverän, ohne ihren eigentlichen Schwerpunkt zwischen Asphalt und Schotter zu verlieren.
Der breite, fast unveränderte Rallye-Look wirkt bei der Africa Twin noch immer wie ein Versprechen: Diese Honda will nicht nur vor dem Café stehen. Aufrecht, schmal zwischen den Knien und mit angenehm natürlicher Lenkerposition vermittelt sie sofort Kontrolle, besonders wenn der Asphalt endet. Der 1.084-cm³-Zweizylinder liefert seinen Punch nicht spektakulär, aber sehr druckvoll und sauber dosierbar; aus engen Kurven lässt sich die Honda früh ans Gas nehmen, ohne den Hinterreifen unnötig nervös zu machen. Genau hier spielt die elektronische Showa-Federung ihre Stärke aus: Beim Bremsen bleibt die Front stabil, auf welligem Geläuf arbeitet sie komfortabel und beim Wechsel zwischen Solo-, Gepäck- und Soziusbetrieb sinkt der Einstellaufwand deutlich. Gegen BMW R 1300 GS und KTM 1390 Super Adventure wirkt die Africa Twin weniger brachial, dafür kontrollierter, geländefreundlicher und im Grenzbereich vertrauter. Die ES ist keine Revolution, sondern die konsequente Verfeinerung eines sehr stimmigen Gesamtkonzepts.
Die Africa Twin ES ist eine der ausgewogensten Großenduros für Fahrer, die nicht zwischen Reisekomfort und Geländetauglichkeit wählen möchten. Ihr Motor begeistert durch Punch und Dosierbarkeit, das elektronische Fahrwerk bringt spürbar mehr Ruhe in wechselnde Fahrsituationen. Gegen BMW und KTM fehlt etwas Spektakel, dafür punktet die Honda mit Vertrauen, Ergonomie und vielseitigem Charakter. Eine starke Wahl für große Touren mit echtem Offroad-Anteil.
Die im Netz verfügbaren Einschätzungen zeichnen ein überwiegend positives Bild. Visordown beschreibt die 2026er Africa Twin ES als gezielte Weiterentwicklung und hebt die Showa-EERA-Federung mit ihrer automatisierten Anpassung besonders hervor. Honda positioniert die elektronische Variante weiterhin als komfortablere und vielseitigere Ausführung, während die Standardversion stärker auf einfache Abstimmung und Offroad-Einsatz zielt. In älteren, aber technisch weiterhin relevanten Fahrberichten von MCN wird die Africa Twin für ihr ausgewogenes Handling, den kräftigeren Motor und den hohen Federungskomfort gelobt. Autotrader bewertet den Zweizylinder als drehmomentstark und alltagstauglich, sieht die Honda im Leistungsumfeld aber nicht als Spitzenreiter. Der gemeinsame Tenor: Die Africa Twin überzeugt weniger durch maximale Zahlen als durch Vertrauen, Stabilität und breite Einsatzmöglichkeiten. Quellen: honda.co.uk; visordown.com; powersports.honda.com. Quelle ansehen