Wer morgens durch dichten Verkehr muss, erlebt den größten Vorteil sofort: Die linke Hand bleibt entspannt, während das Doppelkupplungsgetriebe die sechs Gänge beinahe unauffällig sortiert. Außerorts hält die Honda ihr Tempo gelassen, wobei der Zweizylinder seine Stärke klar im unteren und mittleren Drehzahlbereich zeigt und nicht nach hohen Drehzahlen verlangt. In Wechselkurven wirkt der Crossover handlicher, als es Gewicht und Erscheinung erwarten lassen; die breite Lenkstange gibt Kontrolle, die straßenorientierten Reifen liefern Vertrauen und die überarbeitete Bremsanlage setzt einen klareren Anker beim Anbremsen. Im Sport-Modus bleibt die Maschine erstaunlich flott, doch wer dauerhaft maximalen Punch, aggressive Schräglagenfreiheit oder echtes Abenteuerfahrwerk sucht, findet bei Yamaha, BMW oder Triumph emotionalere Antworten. Die NC750X DCT spielt ihre Karte anders: Sie macht lange Tage, Pendelstrecken und spontane Abstecher unkompliziert.
Das Handschuhfach vor dem Fahrer ist noch immer der Moment, in dem die NC750X ihre eigentliche Idee offenlegt: Sie will nicht posieren, sondern den Alltag besser machen. Aufsteigen, Knopf drücken, losfahren – die DCT nimmt der Honda jede Hektik aus dem Stadtverkehr und arbeitet inzwischen auch bei Schrittgeschwindigkeit deutlich geschmeidiger. Der Zweizylinder schiebt druckvoll aus niedrigen Drehzahlen, klingt dabei eher kernig als aufregend und lädt zu einem flüssigen, entspannten Fahrstil ein. In engen Kurven überrascht die Maschine mit leichtem Einlenken, stabilem Grip und einem tiefen Schwerpunkt, der die 225 Kilogramm gut kaschiert. Beim sportlichen Anbremsen fehlt etwas Biss und Feedback gegenüber einer Yamaha Tracer 7, während eine BMW F 900 XR deutlich mehr Punch liefert. Dafür verbindet keine dieser Alternativen Komfort, Stauraum, niedrige Sitzposition und Automatik so konsequent. Die NC750X DCT ist kein Adrenalin-Bike, sondern ein erstaunlich cleverer Kilometerfresser mit echtem Nutzwert.
Praktischer geht ein Motorrad kaum, und 2026 fährt die Honda NC750X DCT dank feinerer DCT-Abstimmung noch souveräner. Ihr Motor liefert genau dort Druck, wo man ihn im Alltag braucht, während der tiefe Schwerpunkt Vertrauen in Kurven schafft. Gegen sportlichere Konkurrenten fehlen Leidenschaft und Spitzenleistung, doch als komfortabler, zugänglicher Crossover ist sie weiterhin eine der eigenständigsten Lösungen am Markt.
Die veröffentlichten Tests zeichnen ein sehr einheitliches Bild: Die Honda NC750X DCT überzeugt vor allem durch ihre Vielseitigkeit. Ultimate Motorcycling hebt die deutlich feinere DCT-Abstimmung bei niedrigen Geschwindigkeiten, die praktischen Alltagsqualitäten und die überraschend sichere Kurvenarbeit hervor. Visordown bewertet die Gangwechsel als sehr weich und sieht in der neuen Vorderradbremse einen spürbaren Fortschritt, kritisiert aber die etwas gewöhnungsbedürftige Anordnung der Schaltwippen. Im 1000PS-Test wird die Honda trotz ihres hohen Gewichts als erstaunlich agil beschrieben; der niedrige Schwerpunkt und die 17-Zoll-Räder erleichtern enge Kurven und langsame Manöver. Übergreifend gilt: Die NC750X ist weniger emotional als eine sportliche Mittelklasse-Crossover, punktet dafür mit Komfort, Zugänglichkeit, Stauraum und einer DCT, die im Alltag immer weniger Kompromisse verlangt. Quellen: powersports.honda.com; powersports.honda.com; honda.de. Quelle ansehen