Man merkt schon nach den ersten Metern, dass hier kein weichgespültes Naked Bike entstehen sollte, sondern ein Fahrer-Motorrad mit Designkanten. Der 799-cm³-Parallel-Twin liefert 105 PS (77 kW) und 87 Nm so, dass man aus dem Scheitelpunkt nicht „wartet“, sondern sofort wieder baut. Mit rund 180 kg wirkt sie beim Richtungswechsel angenehm leicht, und die 205 km/h Höchstgeschwindigkeit sind eher Nebenprodukt als Mission. Im Alltag punktet die entspanntere Haltung gegenüber früheren Vitpilen-Interpretationen, ohne den sportlichen Anspruch zu verlieren. Wer gern sauber bremst, einlenkt, früh ans Gas geht und dabei ein eigenständiges Erscheinungsbild will, bekommt hier eine sehr stimmige Mischung.
Agilität, Punch, Kontrolle, Charakter: Genau in dieser Reihenfolge hat mich die Vitpilen 801 auf der ersten schnellen Hausrunde abgeholt. Sie kippt leicht in den Radius, bleibt dabei aber stabil genug, dass ich am Kurveneingang spät bremsen und den Lenker trotzdem entspannt halten kann. Der Parallel-Twin hängt sauber am Gas, drückt aus der Mitte mit Nachdruck und macht dieses „noch eine Kehre“-Gefühl, weil der Vortrieb so direkt dosierbar ist. Besonders stark ist die Verbindung aus straffem Feedback und alltagstauglicher Ergonomie: nicht mehr Café-Racer-Quälerei, aber immer noch sportlich genug, um aktiv über Vorderrad-Grip und Linie zu fahren. Beim Umlegen wirkt sie kompakt, beim Rausbeschleunigen erwachsen, ohne gleich wie ein litergroßes Biest zu dominieren. Im Markt sehe ich sie als emotionalere Alternative zur KTM 790 Duke und als stylischere, rauere Option gegenüber einer Triumph Street Triple 765; wer maximale Elektronik-„All inclusive“ will, schaut eher zur Yamaha MT-09, wer Charakter will, bleibt hier hängen.
Auf der Landstraße ist das Ding eine schnelle, präzise Spaßmaschine mit echtem Charakter. Der Punch aus der Mitte und das leichte Einlenken machen süchtig. Gleichzeitig bleibt sie alltagstauglich genug, um nicht nur Sonntagsgerät zu sein. Wer Stil UND Fahrdynamik sucht, liegt hier richtig.
In den Online-Tests wird die Vitpilen 801 vor allem als deutlich alltagstauglichere Weiterentwicklung der Vitpilen-Idee beschrieben: weniger kompromisshafte Sitzposition, aber weiterhin sportlicher Look und ein sehr lebendiger Antrieb. RevZilla lobt den Motor als engagiert und zugleich spürbar raffinierter als frühere Konzepte, mit starkem Mitteldruck und insgesamt erwachsenerem Gesamtpaket. Cycle News hebt die Kurvenfreude hervor und beschreibt das Bike als flinkes Canyon-Tool, merkt aber an, dass die Bremsen bei hohem Tempo mehr Handkraft verlangen und dass optionale Features (Mapping/Quickshifter) das Preisbild beeinflussen können. Bennetts ordnet sie klar im „Middleweight“-Gedränge ein und stellt den internen Wettbewerb zur KTM 790 Duke sowie den Preisdruck durch Plattform-Verwandte und Rivalen heraus. Unterm Strich: viel Stil, viel Drive, am meisten überzeugt sie Fahrer, die ein Statement-Bike wollen und bereit sind, für die gewünschte Ausstattung bewusst zu konfigurieren. Quellen: husqvarna-motorcycles.com; reddit.com; bennetts.co.uk. Quelle ansehen