Schon beim ersten Rangieren wird klar: Das ist kein zurückhaltendes Naked Bike, sondern ein Statement mit Substanz. Auf der Landstraße überzeugt vor allem die Kombination aus kräftigem Drehmoment und einer Fahrwerksabstimmung, die sportlich straff bleibt, ohne jede Unebenheit ungefiltert durchzureichen. Die Elektronik wirkt wie ein Sicherheitsnetz, das man spürt, aber nicht ständig bemerkt, solange man sauber am Gas ist. Im Alltag ist die Sitzposition sportlich, aber nicht extrem, wobei die Hitzeentwicklung und der Durst bei zügiger Gangart eher in Richtung „Weekend-Weapon“ zeigen. Wer ein exklusives Hyper-Naked sucht, das nicht nur Leistung, sondern auch Design- und Detailverliebtheit liefert, findet hier eine sehr spezielle Mischung.
Agilität, Punch, Kontrolle: Genau so fühlt sich die 1400 R Signature Edition an, wenn ich sie aus der ersten schnellen Kurve heraus auf Zug nehme. Der Motor drückt mit Nachdruck aus dem Keller, aber nicht wie ein ungehobelter Vorschlaghammer, sondern mit sauber dosierbarer Schubwelle, die am Kurvenausgang richtig Spaß macht. In Wechselkurven wirkt sie trotz stattlicher Präsenz erstaunlich willig, solange ich sauber mit Blickführung und Körper arbeite; dann kippt sie präzise in die Linie und bleibt dort stabil. Beim Anbremsen spüre ich eine klare Front, die mir erlaubt, Bremspunkte spät zu setzen und dennoch ruhig einzulenken. Charakter hat sie reichlich: mechanisch, direkt, mit diesem „mehr als nötig“-Gefühl. Gegen eine Ducati Streetfighter V4 oder eine Aprilia Tuono V4 wirkt sie weniger kreischend, dafür satter aus der Mitte und im Auftritt exklusiver; gegenüber einer BMW M 1000 R spielt sie stärker die Sondermodell-Karte als die Rundenzeit-Karte.
Ein Motorrad für Fahrer, die Druck aus der Mitte, präzise Kontrolle und maximale Präsenz wollen. Fahrdynamisch stark, emotional noch stärker. Nicht die vernünftigste Wahl, aber eine der begehrlichsten. Wer Exklusivität über Understatement stellt, wird damit sehr glücklich.