Man merkt schon nach den ersten Kurven, dass hier nicht nur ein anderes Dekor drübergezogen wurde. Die V7 Sport wirkt vorn straffer und genauer, was besonders beim harten Anbremsen und beim schnellen Umlegen Vertrauen schafft. Der luftgekühlte 90°-V2 mit 853 cm³ bleibt der Star: kein Hochdrehzahl-Feuerwerk, aber ein satter, nutzbarer Schub aus dem mittleren Drehzahlbereich, der auf der Landstraße richtig Laune macht. Dazu passt die moderne Elektronik-Logik mit klaren Fahrmodi, ohne das Bike in ein steril-digitales Gerät zu verwandeln. Im Markt sitzt sie zwischen klassischer Anmutung und echter Fahrdynamik und zielt damit direkt auf Speed Twin 900, Z650RS und Scrambler-Varianten – nur eben mit Kardanantrieb und Guzzi-DNA als Alleinstellungsmerkmal.
Im Stadtgewusel fällt mir zuerst auf, wie leicht sich die V7 Sport bei Schrittgeschwindigkeit sortieren lässt: Kupplung sauber dosierbar, der Kardanantrieb wirkt beim Lastwechsel erstaunlich aufgeräumt, und beim kurzen Gasstoß kippt das Bike mit diesem typischen Guzzi-Moment leicht zur Seite – Charakter, den ich mag. Auf der Landstraße kommt dann der eigentliche Punkt: Sie fährt sich vorne deutlich „erwachsener“. Beim Anbremsen in die Kurve kann ich später und stabiler stehen lassen, und beim Einlenken hält sie die Linie neutraler, ohne dieses weiche Nachschwingen, das man bei klassischen Retro-Setups manchmal spürt. Der V2 schiebt aus dem mittleren Drehzahlkeller mit Punch an, nicht brutal, aber genau in dem Bereich, in dem man im Alltag wirklich fährt. Gegen Triumph Speed Twin 900 oder Kawasaki Z650RS wirkt die Guzzi weniger geschniegelt, dafür mechanischer und eigenständiger; und genau deshalb passt die Sport-Variante so gut: mehr Präzision, ohne die Seele glattzubügeln.
Wenn du eine Retro willst, die sich in Kurven und beim Bremsen spürbar sportlicher anfühlt, ohne ihren Charakter zu verlieren, ist die V7 Sport ein Volltreffer. Sie ist nicht die schnellste im Segment, aber eine der stimmigsten. Besonders der mittige Punch und die erwachsenere Front machen sie zur besten modernen V7. Für Herz-und-Hirn-Käufer.
In den Online-Tests ist der Tenor auffällig geschlossen: Viele loben, dass die V7 Sport für 2025 nicht nur optisch „Sport“ spielt, sondern über Fahrwerk und Bremsanlage real spürbar zulegt und damit in der Klasse der sportlichen Retro-Roadster glaubwürdiger wird. Visordown ordnet sie explizit als Rivalin der Speed Twin 900 ein und betont die Aufwertung über USD-Gabel und radiale Brembos sowie das insgesamt modernisierte Paket. Bennetts hebt die neu strukturierte V7-Palette hervor und sieht die Sport als Topmodell mit dem größten Technik-Sprung, inklusive schräglagenabhängiger Assistenzfunktionen durch die IMU. 1000PS beschreibt vor allem den Gewinn an Brems-Performance und den kräftigeren Durchzug in der Mitte als die Änderungen, die man beim Fahren am deutlichsten merkt, während die V7 weiterhin nicht als Performance-Monster verstanden werden will. Unterm Strich wird sie im Netz oft als „modernste V7“ bezeichnet, die trotzdem bewusst beim klassischen, charaktervollen Guzzi-Erlebnis bleibt. Quelle ansehen