Mit 44,2 PS aus 450 cm³ tritt die ALLTRHIKE nicht als Leistungsmonster an, sondern als zugängliche Reiseenduro für kurvige Landstraßen, lange Etappen und spontane Abstecher auf unbefestigte Wege. Der Zweizylinder hängt sauber am Gas und bietet genug Druck, um aus engen Kurven zügig herauszubeschleunigen, ohne Einsteiger zu überfordern. Das 21-Zoll-Vorderrad vermittelt auf losem Untergrund Sicherheit, während die langen Federwege Unebenheiten souverän filtern. Bei höherem Tempo sorgt das stabile Fahrwerk für Vertrauen, auch wenn die Höchstgeschwindigkeit von 155 km/h klar zeigt, dass entspanntes Reisen wichtiger ist als Autobahn-Hatz. Mit Euro 5+ und der A2-tauglichen Leistung positioniert sich die Morini als praktische Alternative zwischen kompakter Einsteiger-Adventure und ausgewachsener Mittelklasse.
Der erste Eindruck bleibt an den schlanken 21-Zoll-Vorderrad, der hohen Front und dem eigenständigen Gesicht hängen: Die ALLTRHIKE sieht nicht nach weichgespülter City-Enduro aus. Auf der Straße fährt sie angenehm leichtfüßig, lenkt präzise in Kurven ein und bleibt auch beim harten Anbremsen stabil. Der Zweizylinder liefert seinen Punch nicht brutal, sondern kontrolliert und gut dosierbar – genau richtig, wenn lose Untergründe, enge Kehren und wechselnde Haftung zusammenkommen. Mit 170 Kilogramm wirkt sie handlicher, als die ausgewachsene Sitzposition vermuten lässt. Im Gelände überzeugt vor allem die Ruhe im Fahrwerk, während die Elektronik angenehm unaufgeregt bleibt. Gegenüber einer KTM 390 Adventure wirkt sie erwachsener und tourentauglicher, gegenüber der CFMOTO 450MT charaktervoller und konsequenter auf Schotter ausgelegt. Die ALLTRHIKE ist keine Rallye-Rakete, sondern eine sehr stimmige Entdeckermaschine.
Die Moto Morini ALLTRHIKE 2026 trifft einen Nerv: Sie ist zugänglich, eigenständig und deutlich geländetauglicher, als es ihre moderate Leistung vermuten lässt. Ihr Motor arbeitet kultiviert, das Fahrwerk gibt Sicherheit, und die 21/18-Zoll-Radkombination macht sie zur echten Adventure. Wer maximale Sportlichkeit sucht, findet anderswo mehr Schärfe. Für Reisen, Kurven und Schottertouren bietet sie jedoch ein sehr rundes Gesamtpaket.
Die internationalen Tests zeichnen ein bemerkenswert einheitliches Bild: Die ALLTRHIKE wird als leicht zugängliche, vielseitige Adventure beschrieben, die auf Asphalt ebenso funktioniert wie auf einfachen bis mittelschweren Schotterpassagen. Motorrad hebt die gutmütige Abstimmung und die hohe Stabilität hervor, während inSella den lebhaften, gut nutzbaren Motor und die vielseitige Einsatzmöglichkeit lobt. Gleichzeitig wird das Gewicht im Verhältnis zum Hubraum mehrfach kritisch eingeordnet; im langsamen Gelände ist die Morini daher nicht ganz so spielerisch wie eine leichtere Einzylinder-Enduro. Auch Ergonomie und Windschutz werden nicht völlig kritiklos gesehen. Positiv fallen das Kayaba-Fahrwerk, die überzeugende Grundausstattung und das sichere Vertrauen ab den ersten Kilometern auf. Im Vergleich zur CFMOTO 450MT erscheint sie als stärker geländefokussierte Alternative mit eigenständigerem Auftritt. Quellen: motomorini.com.br; insella.it; motomorini.eu. Quelle ansehen