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B.7.2 · Alkohol und Motorradfahren — auch ein Bierchen in der Mittagspause?

Warum ist Alkohol auf dem Motorrad besonders gefährlich?

Motorradfahren verlangt mehr feine Sensomotorik als Autofahren — und genau die wird durch Alkohol als Erstes beeinträchtigt:

- Gleichgewicht geht schon ab geringen Mengen verloren — kritisch im Schritttempo, beim Anhalten und in der Kurve

- Reaktionszeit verlängert sich messbar ab 0,2 ‰ — bei Tempo 100 sind das schnell mehrere Meter extra Bremsweg

- Periphere Wahrnehmung schrumpft — der Linksabbieger im Augenwinkel wird zu spät bemerkt

- Risikoeinschätzung verschiebt sich nach oben („Ach, geht schon") — gerade fatal, weil Motorradfahrer ohnehin am Limit fahren

- Müdigkeit verstärkt sich — Sommerhitze, Helm, Wind und ein Bier addieren sich

- Konzentration auf zwei Räder wird durch jeden Schluck schwieriger, weil ein Großteil deiner Aufmerksamkeit fürs Balancieren draufgeht

„Ein Bier zur Pause schadet doch nicht?"

Doch — und nicht so wenig, wie viele glauben. Ein 0,5-Liter-Bier (5 %) bringt bei einer 70-kg-Person rund 0,3–0,4 ‰ Blutalkohol, bei einer 55-kg-Person sogar 0,4–0,5 ‰. Bei dem Rest, mit dem du nach dem Mittagessen aufs Bike steigst, bist du also schon im Grenzbereich — und wenn dich dabei was passiert (Schreckbremsung, Schlenker), greift sofort die relative Fahruntüchtigkeit.

Dazu kommt: Bei Wärme, leerem Magen und körperlicher Anstrengung steigt der Promillewert schneller und bleibt länger oben.

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