A.3.14 · Wie bremst man richtig?
Bei welchen Motorrädern ist sie kaum vorhanden?
- Mehrzylinder mit niedriger Verdichtung und hoher Drehzahlauslegung: klassische Vierzylinder-Reihenmotoren mittlerer Hubräume haben spürbar weichere Motorbremse als ein 1- oder 2-Zylinder gleicher Leistung.
- Bikes mit Anti-Hopping-Kupplung (Slipper Clutch): Die Kupplung rutscht beim aggressiven Runterschalten teilweise durch, um das Hinterrad nicht zum Stempeln zu bringen. Resultat: gedämpfte Motorbremse beim Heimkommen aus hohen Drehzahlen. Praktisch unverzichtbar bei Sportlern.
- DCT und Automatik-Bikes (Honda Africa Twin DCT, Honda NC750X DCT): Software entscheidet über Motorbremse — meist schwächer als manuell.
- Elektromotorräder haben keine klassische Motorbremse, aber Rekuperation — die Bremswirkung simuliert vergleichbares Verhalten und lädt zusätzlich den Akku.
- Zweitakter (heute extrem selten im Straßenverkehr) haben aufgrund Bauart fast keine Motorbremse — Achtung beim Bergabfahren.
Praxis-Tipp: Vor Kurven und Ampeln rechtzeitig runterschalten (siehe A4 — Wie funktionieren Schaltung und Kupplung?), damit du am Scheitelpunkt im richtigen Gang bist und die Motorbremse mitarbeitet. Bei Bergabfahrten gilt: Gang drinlassen, Motorbremse nutzen — das wird in der Praxisprüfung gezielt gefragt (siehe H3 — Wie läuft die Motorrad-Prüfung ab?).