K.7.1 · Kann ich im Winter fahren — und sollte ich überhaupt?
Was sind die größten Risiken beim Fahren bei Kälte?
- Kalte Reifen haben deutlich weniger Grip. Sommer- und Touren-Mischungen entfalten ihre Haftung typisch erst ab 15–20 °C Asphalt-Temperatur. Bei 5 °C Lufttemperatur ist der Asphalt morgens oft 1–3 °C — Grip im Bereich von glatten Fliesen. Bremsweg verlängert sich spürbar (siehe I1 – Reifen)
- Eisplatten in schattigen Kurven — Hauptursache von Winter-Stürzen. Brücken, Waldstrecken, Nordhänge bleiben stundenlang gefroren, auch wenn die Sonne anderswo den Asphalt freigelegt hat. Schwarzes Eis ist visuell nicht erkennbar
- Streusalz zerstört Aluminium, Lack und Chrom über den Winter. Wer trotzdem fährt: nach JEDER Fahrt abspritzen, sonst sind nach einer Saison Lager, Schrauben und Felgen-Bremsflächen angefressen
- Auskühlung der fahrenden Person kommt schneller als gedacht. Bei 5 °C + Fahrtwind bei 80 km/h wirkt es wie etwa −3 °C — Hände werden taub, Reflexe sinken. Mehr als 1 Stunde am Stück ohne Heizung nicht realistisch
- Verminderte Sicht durch Beschlag — der Helm beschlägt von innen, die Visier-Außenseite gegen Spritzwasser/Salzschleier. Pinlock-Visiere sind Pflicht (siehe F1 – Helm)