D.7.8 · Welche Stolperfallen lauern auf der Straße?
Warum sind Brücken und Unterführungen bei Kälte besonders heikel?
Weil sie als Erste vereisen — oft, wenn der Rest der Straße noch völlig griffig ist. Eine Brücke hat unter sich keine wärmende Erdmasse: Die kalte Luft umströmt sie von oben und von unten, deshalb kühlt der Belag dort viel schneller auf 0 °C ab. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt liegt auf der Brücke schon Reif oder Eis, während die normale Landstraße noch frei ist. Genau dafür gibt's das Schild „Brücke bei Eis und Schnee".
Bei Unterführungen, Senken und Mulden läuft es andersherum: Kalte Luft ist schwerer und sammelt sich in der Senke (ein „Kaltluftsee"), und die Sonne kommt da unten oft gar nicht hin. Resultat: Restnässe und Eis halten sich dort am längsten — morgens, abends und den ganzen Tag im Schatten.
Strategie an kalten Tagen: schon vor der Brücke oder Unterführung Tempo rausnehmen, dann aufrecht und geradeaus drüber — kein Bremsen, kein Lenkimpuls, kein Gasstoß auf der Stelle. Auf Eis ist der Reibwert lächerlich klein (µ ≈ 0,08, siehe A9 – Was bedeutet Grip?), eine Notbremsung ist dort praktisch unmöglich. § 3 StVO verpflichtet dich ohnehin, das Tempo an Straßen- und Witterungsverhältnisse anzupassen.