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Man steigt auf, schaut über den kleinen Flyscreen und merkt sofort: Das ist Retro, aber nicht von gestern. Der luft-/ölgekühlte Boxer mit 1.170 cm³ liefert 109 PS (80 kW) und 115 Nm, und genau dieses Drehmoment prägt das Fahrgefühl: aus dem Ort raus ein satter Schub, auf der Landstraße ein souveräner Zug ohne Hektik. In Kurven wirkt sie stabil und berechenbar, eher „satt“ als superleichtfüßig, was gerade bei zügigem Tempo Vertrauen gibt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 215 km/h, wichtiger ist aber, wie entspannt sie zwischen Kehren und langen Bögen Tempo hält. Als Retro-Bike positioniert sie sich klar oberhalb der Basis-Modelle: mehr Stil-Statement, mehr Exklusivität, weniger Kompromiss beim Auftritt.
Dieses Lava-Orange mit dem kleinen Cockpit-Flyscreen ist so ein Hingucker, dass ich an der Tanke zweimal gefragt wurde, ob das „eine echte R 90 S“ sei. Auf der Straße fühlt sich die R 12 S nicht nach Showbike an, sondern nach ehrlichem Roadster mit sportlicher Kante: Der Boxer drückt aus dem Keller mit diesem typischen, leicht seitlich kippenden Anfahrmoment, hängt sauber am Gas und schiebt aus Kurven mit kernigem Punch, ohne nervös zu wirken. In schnellen Wechselkurven mag ich, wie stabil sie auf Linie bleibt; du setzt den Bremspunkt, lässt sie in Schräglage rollen und hast vorne ein präzises Gefühl für Grip. Gleichzeitig ist die Ergonomie sportlich genug fürs „Angasen“, aber nicht so radikal, dass nach einer Stunde die Handgelenke meckern. Im Markt ist sie für mich die emotionalere, exklusivere Schwester der R 12 nineT und zielt direkt auf Triumph Speed Twin & Co.: weniger Krawall, mehr Charakter und Finish – aber eben auch mit Premium-Preislogik.
Wenn du ein Retro-Bike willst, das nicht nur schön steht, sondern auf der Landstraße wirklich fährt, trifft die R 12 S einen Nerv. Sie kombiniert Boxer-Charakter mit stabiler Kurvenruhe und einem Auftritt, der sofort hängen bleibt. Der Haken ist weniger die Substanz als der Anspruch: Premium-Preis für Premium-Feeling. Für Fans der R 90 S ein sehr stimmiges Modern-Update.
Im Netz wird die R 12 S vor allem als sehr konsequente Hommage an die R 90 S gesehen: Mehrere Quellen heben die Lava-Orange-Lackierung, die kleine Cockpitverkleidung und die vielen Detail- und Frästeile als Kern der „S“-Story hervor und betonen, dass Technik und Basis eng an der R 12 nineT liegen. Gleichzeitig wird die Sitzposition oft als sportlich wirkend, aber alltagstauglich beschrieben, also eher „Roadster mit Stil“ als knallharte Café-Racer-Hocke. Ein wiederkehrender Punkt ist die Einordnung als Premium-Angebot: In den USA wird für 2026 ein Preis im Bereich von 22.140 US-Dollar genannt, was die Diskussion „viel Geld für viel Ausstattung und viel Design“ anheizt. Kritische Stimmen merken an, dass es gegenüber der Plattform keine Revolution gebe, sondern vor allem Optik, Ausstattungspakete und Exklusivität den Unterschied machen. Insgesamt überwiegt der Tenor: starkes Heritage-Statement, hochwertige Anmutung, aber preislich klar über vielen Retro-Konkurrenten. Quellen: Motorcycle.com (Preis/2026 Carry-Over), heise autos (Einordnung/Designdetails), Forbes (Ergonomie/Charakter), autoevolution (kritischer Blick auf Techniknähe zur Basis). Quelle ansehen