MotorsoundPremium
Auf der Straße wirkt das Konzept wie eine RT mit neuem Selbstbewusstsein: Sie will nicht nur verwöhnen, sie will auch zügig gefahren werden. Der 1300er-Boxer liefert kräftigen Durchzug, der besonders beim Herausbeschleunigen aus langen Kurven auffällt, ohne dass du ständig nach dem perfekten Gang suchen musst. In schnellen Wechselkurven fühlt sich die Fuhre kompakter an, und beim Anbremsen bleibt sie bemerkenswert gelassen, was Vertrauen schafft. Komfort und Windschutz bleiben ihre Kernkompetenzen, aber das Ganze ist weniger träge, mehr „aktiv“. Wer von GS, R oder RS kommt, erkennt sofort die Familien-DNA, bekommt hier aber die tourigste Interpretation mit dem größten Ruhepol-Faktor.
Im Segment der großen Reise-Tourer steht die R 1300 RT (2026) für Fahrer, die nicht nur ankommen, sondern unterwegs aktiv fahren wollen: viel Schutz, viel Assistenz, aber mit echtem Kurvenwillen. Auf meiner Hausrunde fühlt sie sich weniger „Sofa“ an als früher, eher wie ein präzises Langstreckenwerkzeug: Du setzt den Bremspunkt spät, lässt sie sauber in Schräglage rollen und merkst, wie stabil die Front bleibt, selbst wenn der Asphalt wellig wird. Der Boxer schiebt aus mittleren Drehzahlen mit diesem typischen, satten Druck, nur deutlich entschlossener – das macht Überholen auf der Landstraße fast beiläufig. Gleichzeitig bleibt die RT die komfortorientierte Schwester im 1300er-Quartett: Gegenüber der R 1300 GS wirkt sie auf Asphalt ruhiger und aerodynamisch erwachsener, gegenüber der R 1300 R weniger direkt, aber auf Strecke deutlich entspannter. Die R 1300 RS sitzt sportlicher im Wind, die RT kontert mit Gelassenheit, Gripgefühl und einem Fahrwerk, das Linie halten kann, ohne dich zu ermüden.
Für mich ist die R 1300 RT (2026) die konsequenteste Antwort auf „Ich fahre weit, aber nicht langsam“. Sie kombiniert entspannten Langstreckenkomfort mit spürbar mehr Dynamik und einem Motor, der Überholvorgänge verkürzt. Optik und Ausstattungswahl bleiben entscheidend, doch fahrerisch ist das Paket sehr stark. Wer Asphalt liebt, wird sie verstehen.
Im Netz zeichnet sich ein recht klares Bild: Viele Tests loben den neuen 1300er-Boxer für spürbar mehr Punch und eine modernere, zugleich boxer-typische Charakteristik, dazu kommt die Betonung von Massenzentralisierung und einem insgesamt handlicheren Eindruck als bei der Vorgänger-RT. Mehrere Beiträge heben außerdem die üppige Elektronik und Touring-Ausstattung hervor, etwa große TFT-Integration, Assistenzsysteme und Komfortfeatures, die die RT näher an „Premium-Auto“-Logik rücken. Gleichzeitig polarisiert das Design: In der Community gibt es teils deutliche Kritik an der Optik und an der Abkehr von der bisherigen RT-Linie. Einzelne Nutzerberichte erwähnen zudem anfängliche Service- bzw. Abstimmungsthemen (z. B. Fahrwerks-/Wobble-Eindrücke), die aber nicht als flächendeckendes Problem dargestellt werden. Insgesamt überwiegt der Tenor: fahrdynamisch und motorisch ein Schritt nach vorn, optisch Geschmackssache und in der Praxis stark abhängig von Setup und Händlerqualität. Quellen: RideApart, Ultimate Motorcycling, BMW MOA. Quelle ansehen