Wenn ich die 698 Mono in einem Bild beschreiben müsste, wäre es ein enger Bergpass, zweite und dritte Gang, und das Gefühl, das Motorrad mit den Knien zu dirigieren. Der Superquadro-Mono wirkt modern und drehfreudig, ohne untenrum zickig zu sein, und genau das macht sie auf der Landstraße so effektiv: kurz anbremsen, reinwerfen, früh ans Gas, rauskatapultieren. Die Elektronik ist nicht nur „Marketing“, sondern spürbar als Sicherheitsnetz und als Werkzeug, um den Stil zu schärfen, besonders beim harten Anbremsen und beim Herausbeschleunigen auf welligem Asphalt. Im Vergleich zur Hypermotard 950 wirkt sie weniger wie ein großes Naked Bike auf Stelzen, sondern wie eine echte Supermoto für die Straße. Gegen KTM 690 SMC R und Husqvarna 701 spielt Ducati die Karte Präzision, Motor-Feinsinn und Assistenzsysteme aus, während die Konkurrenz oft mit dem raueren, puristischeren Auftreten punktet.
Agilität wie ein BMX auf Steroiden, Punch genau dann, wenn du ihn brauchst, und dabei erstaunlich viel Kontrolle: Genau so fühlt sich die Hypermotard 698 Mono für mich an, wenn die Straße eng wird und die Kurven im Sekundentakt kommen. Der Einzylinder hängt sauber am Gas, baut oben raus richtig Druck auf und animiert dazu, Bremspunkte später zu setzen und das Bike beim Einlenken bewusst „leicht“ zu machen. Was mich beeindruckt: Das Chassis wirkt nicht nervös, sondern präzise; du kannst die Linie mit minimalen Impulsen korrigieren, ohne dass es kippelig wird. Die Bremse mit der einzelnen Scheibe passt zur Idee: viel Gefühl, genug Biss, weniger rotierende Masse – auf verwinkelten Strecken ein echter Vorteil. Im Markt ist das Ducatis direkte Ansage an KTM 690 SMC R und Husqvarna 701: weniger „Rohbau“, mehr Feinschliff und Elektronik-Feintuning. Gegenüber der Hypermotard 950 ist das hier weniger brachial, aber deutlich spielerischer und auf Dauer weniger ermüdend – sofern du genau diese Supermoto-Intensität suchst.
Für mich ist die 698 Mono ein Motorrad für Leute, die Kurven nicht „fahren“, sondern spielen wollen. Sie belohnt saubere Inputs, spätes Bremsen und aktives Umsetzen, ohne dich sofort zu bestrafen. Wer lange Autobahnetappen, viel Sozius oder Komfort erwartet, ist hier falsch. Wer Charakter, Kontrolle und Supermoto-Drive sucht, bekommt ein sehr scharfes Werkzeug.
In den Tests wird die 698 Mono oft als extrem spaßorientierte, sehr agile Straßen-Supermoto beschrieben, die bewusst die Lücke zu KTM 690 SMC R und Husqvarna 701 attackiert. Motorrad Online betont im Fahrbericht die schnelle Vertrautheit, den Flow auf der Kartstrecke und eine für die Hubraumklasse angenehme Laufkultur, dazu ein sehr direktes Handling und eine Elektronik, die Drifts und Supermoto-Manöver gezielt unterstützt. Motorcycle.com lobt den Motor als überraschend breit nutzbar und sauber abgestimmt, merkt aber an, dass die Serienabstimmung je nach Einsatzzweck und Fahrergewicht Grenzen zeigen kann und Ergonomie-Details (Hebel/Position) auf der Strecke nach Anpassung verlangen. Autoblog ordnet die Maschine als deutlich leichteren, lebhafteren Gegenpol zur 950 ein und hebt die umfangreichen Fahrhilfen inklusive Slide-by-Brake-Funktion hervor. Unterm Strich: viel Begeisterung für Agilität, Motorcharakter und Elektronik, mit wiederkehrenden Hinweisen auf kompromisshafte Alltagsaspekte und Setup-Bedarf, wenn man sie hart rangenommen bewegt. Quelle ansehen