Schon nach den ersten schnellen Kurven wirkt das Paket wie eine V2 S, die an den richtigen Stellen nachgeschärft wurde: mehr Fokus auf Einlenkpräzision, mehr Ruhe am Vorderrad, mehr „Rennstrecke im Kopf“. Der 890-cm³-V2 liefert 120 PS und 93,3 Nm, und genau diese Kombination aus Drehfreude und Druck aus der Mitte macht sie auf der Landstraße so effektiv, ohne gleich zur Überforderung zu werden. Die geschmiedeten Räder und die sportlichere Ergonomie zahlen spürbar auf Agilität und Feedback ein, während die Elektronik das Tempo sauber absichert, statt es zu kastrieren. Mit 175,5 kg fahrfertig (ohne Kraftstoff) und einer angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 252 km/h ist das kein „kleines“ Motorrad, sondern eine ernsthafte Supersport-Ansage. Als Sonderedition lebt sie zusätzlich von der FB63-Identität und dem Sammlerwert, aber sie muss sich fahrdynamisch nicht hinter der Optik verstecken. ([ducati.com])
Im Stadtgewusel fällt zuerst auf, wie sauber das Ride-by-Wire am Gas hängt: kein nervöses Ruckeln, aber sofort dieser Ducati-Punch, wenn eine Lücke aufgeht. Raus auf die Landstraße wird klar, worum es der FB63 geht: Sie lenkt willig ein, bleibt in Schräglage stabil und gibt mir am Vorderrad ein sehr klares Gefühl, wann ich am Bremspunkt noch nachlegen kann. In schnellen Wechselkurven wirkt sie leichter, als es die nackten Zahlen vermuten lassen, und beim Rausbeschleunigen baut sie Grip logisch auf, statt mich mit roher Gewalt zu überfahren. Die niedrigere, sportlichere Ergonomie passt zum Konzept: mehr Druck auf dem Vorderrad, mehr Vertrauen am Kurveneingang, dafür weniger „Alltag“. Gegen eine Aprilia RS 660 Factory ist das hier erwachsener und präziser, gegen eine Yamaha R7 deutlich potenter und elektronisch kompletter, und gegenüber der großen V4 bleibt die V2 der bessere Partner, wenn ich Linie und Tempo wirklich ausfahren will, ohne dass es gleich nach „Rennstrecke oder nichts“ schreit.
Wer eine Supersport-Ducati mit echter Track-Seele sucht, bekommt hier ein sehr rundes, präzises Gesamtpaket mit spürbar sportlichem Zuschnitt. Die FB63 ist teuer, aber nicht beliebig: Ausstattung, Fokus und Limitierung greifen ineinander. Für Alltag und Sozius ist sie nur mit Kompromissen, für Kurvenhatz und Trackdays dagegen ein Volltreffer.
Im Netz wird die Panigale V2 FB63 vor allem als streng limitierte, nummerierte Sonderedition eingeordnet, die sich klar an Trackday-Fans und Sammler richtet. Ducati selbst betont den Bezug zu Bagnaias Trainingsbike sowie die spezielle Ausstattung mit geschmiedeten Rädern, sportlicheren, tiefer montierten Stummeln, Öhlins-Lenkungsdämpfer und Racing-Scheibe, also Bauteile, die eher Handling und Präzision als reine Optik adressieren. In der Ducati-Pressekommunikation wird der Kontext EICMA 2025 und die Parallelität zur MM93-Version herausgestellt, inklusive der livery-nahen Anlehnung an Bagnaias 2025er Gear-Design. Daten- und Modellseiten wie Moto.it ordnen die FB63 preislich deutlich über der Basis ein, was die Diskussion „Mehrwert durch Ausstattung vs. Aufpreis fürs Limitierte“ befeuert. Autoevolution greift zusätzlich die geplanten Verfügbarkeitsfenster (Europa/USA/weitere Märkte) auf und beschreibt die FB63 als V2 S-Basis mit klarer Track-Ausrichtung; unterm Strich lautet der Tenor: technisch sinnvoll aufgewertet, aber emotional und exklusiv verkauft. Quelle ansehen