Mit 152 PS und 128 Nm tritt die Pan America in der obersten Liga der großen Adventure-Bikes an. Der 1.252 cm³ große V2 liefert nicht nur kräftigen Durchzug, sondern reagiert auch sauber auf Gasbefehle, wenn in Schräglage wieder früh ans Gas gegangen wird. Auf der Landstraße arbeitet das semiaktive Fahrwerk souverän, während die Elektronik zwischen entspanntem Touren, sportlichem Kurvenfahren und losem Untergrund vermittelt. Die 299 Kilogramm verlangen beim Wenden Aufmerksamkeit, verlieren auf flüssigen Straßenpassagen aber viel von ihrem Schrecken. Mit bis zu 220 km/h ist sie zudem deutlich mehr als ein gemütlicher Fernreiseapparat. Ihr eigentliches Argument bleibt jedoch die Mischung aus amerikanischer Präsenz, moderner Technik und einem Antrieb, der sich nicht beliebig austauschbar anfühlt.
Der hochgezogene Auspuff und der bullige V2-Sound bleiben sofort hängen: Diese Pan America wirkt nicht wie eine verkleidete Reiseenduro, sondern wie ein eigenständiger amerikanischer Kraftsportler. Beim Anbremsen liegt sie satt, die Bremse baut sauber Druck auf und bleibt auch vor engen Kehren gut dosierbar. Sobald der Scheitelpunkt passt, schiebt der Revolution-Max-Motor mit kräftigem Punch aus niedrigen Drehzahlen heraus, ohne seine Drehfreude zu verlieren. Das hohe Gewicht spürt man beim Rangieren und in sehr engen Offroad-Passagen, auf der Straße kaschieren Geometrie und semiaktives Fahrwerk die Masse jedoch erstaunlich gut. In schnellen Wechselkurven bleibt die Harley stabil, während die Elektronik Traktion und Fahrwerk unaufdringlich sortiert. Gegen BMW R 1300 GS, Ducati Multistrada V4 oder KTM 1290 Super Adventure fehlt ihr etwas Leichtfüßigkeit, dafür bietet sie mehr Charakter, markanteren Auftritt und ein eigenständigeres Fahrerlebnis.
Die CVO Pan America ist keine leichte Enduro, sondern eine luxuriöse Kraftreiseenduro mit echtem Charakter. Ihr V2 begeistert mit Punch, Sound und souveräner Leistungsentfaltung. Das Fahrwerk arbeitet stark, die Bremsen überzeugen und die Elektronik hält sich angenehm zurück. Wer maximale Leichtigkeit sucht, findet bei BMW oder KTM passendere Werkzeuge. Wer Individualität und Langstreckenkomfort will, bekommt eine faszinierende Alternative.
Die verfügbaren Berichte zeichnen ein überwiegend positives Bild, weisen aber zugleich darauf hin, dass Harley-Davidson die voll ausgestattete Reiseenduro für 2026 als Pan America 1250 Limited führt und nicht als eigenständige CVO Pan America. Visordown lobt das umfassende Ausstattungspaket, die semiaktive Federung und die Kombination aus Langstreckenkomfort und Geländetauglichkeit. Australian Motorcycle News beschreibt die Pan America als überraschend kurvenstark und berichtet von frühem Vertrauen in Schräglage, kräftigem Durchzug und überzeugenden Bremsen. Kritischer werden das hohe Gewicht, die große Sitzhöhe und die Wärmeentwicklung bei langsamer Fahrt bewertet. Vergleichstests ordnen sie technisch nahe an BMW GS und Ducati Multistrada ein, betonen aber ihren eigenständigen Charakter und den emotionaleren V2-Auftritt. ([visordown.com]) Quellen: harley-davidson.com; harley-davidson.com; members.staging.harley-davidson.com. Quelle ansehen