Mit 150 PS und 130 Nm spielt die Tiger 1200 GT Explorer in der obersten Liga der großen Reiseenduros. Der 1.160-cm³-Dreizylinder liefert seinen Punch nicht nur auf dem Papier, sondern baut beim Herausbeschleunigen aus engen Kehren spürbar Druck auf. Gleichzeitig bleibt die Sitzposition entspannt, der Windschutz langstreckentauglich und die umfangreiche Elektronik angenehm unaufdringlich. Das 19-Zoll-Vorderrad unterstützt ein präzises Einlenken, während die semiaktive Federung Komfort und Stabilität überzeugend zusammenbringt. Mit 256 Kilogramm ist sie kein Leichtgewicht, kaschiert ihre Masse aber durch den tiefen Schwerpunkt und eine ausgewogene Ergonomie. Im Vergleich zur BMW R 1300 GS wirkt sie charaktervoller, gegen die Ducati Multistrada V4 etwas weniger radikal, dafür souveräner auf langen Etappen.
Der erste Eindruck bleibt sofort hängen: Dieser Dreizylinder klingt nicht nach biedere Reiseenduro, sondern nach einem großen Sportmotor mit rauem, charaktervollem Puls. Beim Aufsteigen sitzt man tief im Motorrad, gut integriert und mit viel Platz für lange Etappen. Die 19-Zoll-Vorderradgröße macht die GT Explorer auf Asphalt angenehm direkt; sie fällt willig in Kurven und lässt sich trotz ihrer Masse sauber auf den gewünschten Radius bringen. Beim Herausbeschleunigen liefert der T-Plane-Motor kräftigen Punch, ohne hektisch zu wirken. Die Bremse setzt klare Ankerpunkte, die semiaktive Federung hält das Motorrad auch bei engagiertem Tempo stabil. Gegen eine BMW R 1300 GS wirkt sie weniger neutral, dafür emotionaler; gegen eine Ducati Multistrada V4 fehlt etwas Leichtigkeit, aber nicht viel Reisetalent. Ihre Stärke ist die Verbindung aus Komfort, Reichweite und echtem Motorcharakter.
Die GT Explorer ist eine Reiseenduro für Fahrer, die Komfort nicht mit Langeweile verwechseln. Ihr Dreizylinder liefert Charakter, Punch und einen Sound, der auf kurvigen Landstraßen süchtig machen kann. Dazu kommen starke Bremsen, stabile Fahrwerksreserven und eine sehr komplette Ausstattung. Wer überwiegend Asphalt fährt und die GS-Alternative mit mehr Eigenständigkeit sucht, findet hier ein überzeugendes Gesamtpaket.
Die verfügbaren Tests zeichnen ein bemerkenswert einheitliches Bild. Cycle News lobt die GT Explorer als sehr schnelle und zugleich komfortable Reiseenduro, die mit ihrem Dreizylinder und dem geschmeidigen Quickshifter auch auf kurvigen Straßen sportliche Ambitionen zeigt. Adventure Bike Rider hebt die umfangreiche Ausstattung, den großen Tank und die klare Ausrichtung als straßenorientiertes Topmodell hervor, ordnet sie im direkten Umfeld aber weiterhin hinter BMWs GS-Familie bei den Verkaufszahlen ein. RoadRUNNER bewertet die starke Bremsanlage, die semiaktive Federung und die vielen Fahrmodi positiv, kritisiert jedoch eine teils abrupte Gasannahme im Sportmodus sowie etwas Antriebsreaktion bei niedrigen Drehzahlen. Insgesamt gilt die Tiger als eigenständige Alternative: emotionaler als die GS, komfortabler als viele sportlichere Konzepte und überzeugender auf Asphalt als im groben Gelände. Quellen: adventurebikerider.com; cyclenews.com; triumphmotorcycles.com. Quelle ansehen