Nicht der Alltag, sondern der nächste Bremspunkt definiert dieses Motorrad. Der 1.350-cm³-V2 liefert 202 PS und 151 Nm, doch entscheidender ist, wie unmittelbar die Kraft aus Kurven heraus anliegt. Mit 177 Kilogramm fahrfertiger Masse reagiert die KTM auf kleine Lenkimpulse messerscharf und bleibt beim harten Anbremsen stabil, während die Elektronik den enormen Vortrieb kontrollierbar hält. Die Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h ist auf langen Geraden beeindruckend, auf engen Kursen zählt jedoch stärker die Kombination aus Punch, Traktion und sauberem Aufrichten. Als erste echte Track-only-Super Duke verabschiedet sich die RR Track endgültig von jedem Alltagskompromiss. Gegen vollverkleidete Superbikes bleibt sie aerodynamisch im Nachteil, bietet dafür eine unverwechselbare Mischung aus Sichtbarkeit, Gewalt und mechanischem Feedback.
Auf der kurvigen Landstraße zeigt sich sofort, dass diese KTM nicht einfach nur eine stärkere Super Duke ist: Sie wirkt wie ein Rennmotorrad, das den Umweg über die Verkleidung bewusst ausgelassen hat. Der große V2 hängt brutal direkt am Gas, schiebt bereits aus mittleren Drehzahlen mit Nachdruck und verwandelt jeden Kurvenausgang in eine Mutprobe. Gleichzeitig bleibt das Fahrwerk erstaunlich präzise. Späte Bremspunkte, hartes Anbremsen bis zum Scheitel und frühes Aufrichten mit viel Gas gehören zu ihrem natürlichen Arbeitsbereich. Die niedrige Masse macht sie beim Umlegen hellwach, verlangt aber einen konzentrierten Fahrer. Gegen eine BMW M 1000 R oder Aprilia Tuono V4 wirkt sie weniger klinisch und weniger glatt, dafür mechanischer, wilder und emotionaler. Im Alltag ist sie nahezu sinnlos – auf der Rennstrecke wird genau daraus ihre Stärke.
Wer eine alltagstaugliche Super Duke sucht, ist hier falsch. Die RR Track ist eine kompromisslose Rennstreckenmaschine mit brutalem V2-Schub, sehr niedriger Masse und einem Fahrwerk für späte Bremspunkte. Sie fährt sich direkter und wilder als viele Konkurrenten, verlangt aber ebenso viel Disziplin. Für ambitionierte Trackday-Fahrer ist sie ein faszinierendes Extrem.
Die verfügbaren Berichte zeichnen ein sehr klares Bild: Die 1390 SUPER DUKE RR Track ist keine verschärfte Straßenmaschine, sondern eine konsequent für den Rennstreckeneinsatz entwickelte Kleinserie. KTM und Cycle News betonen die Track-only-Ausrichtung, die limitierte Stückzahl und die nochmals reduzierte Masse gegenüber der Straßen-RR. Die Tests der technisch verwandten 1390 Super Duke R EVO loben vor allem die enorme Bremsstabilität, das präzise Einlenken und den gewaltigen Druck am Kurvenausgang. Gleichzeitig wird mehrfach darauf hingewiesen, dass die harte Fahrwerksabstimmung auf der Straße unkomfortabel wäre. Im Vergleich zu BMW M 1000 R und Aprilia Tuono V4 sehen Tester die KTM beim letzten Zehntel auf der Rennstrecke nicht ganz vorn, empfinden sie aber als besonders charakterstark, traktionsstark und beeindruckend kontrollierbar. ([cyclenews.com]) Quellen: revzilla.com; cyclenews.com; cyclenews.com. Quelle ansehen