Statt auf die übliche Jagd nach 200 PS zu gehen, setzt die KTM auf einen kräftigen Zweizylinder, der schon aus mittleren Drehzahlen mit Nachdruck anschiebt. Auf der Rennstrecke bedeutet das weniger hektisches Schalten und mehr Konzentration auf Bremspunkte, Linienwahl und den sauberen Gasgriff am Kurvenausgang. Das Fahrwerk vermittelt viel Ruhe, während die Geometrie genug Agilität für enge Wechselkurven bereithält. Gerade beim Trail-Braking zeigt die RC R Track, dass sie nicht nur spektakulär aussieht, sondern präzise und kontrolliert gefahren werden kann. Mit ihrem geringen Gewicht und der umfangreichen Track-Ausrichtung ist sie der deutlich ernsthaftere Ansatz als die Straßenvariante, bleibt aber zugänglicher als ein kompromissloses Rennmotorrad wie die KTM RC 8C.
Die KTM 990 RC R Track steht nicht in der Liga der leistungssüchtigen Superbikes, sondern dort, wo ein ambitionierter Fahrer tatsächlich schneller werden kann: zwischen zugänglichem Supersportler und ernsthaftem Tracktool. Für mich ist sie die richtige Wahl für Piloten, die Kurvenrhythmus, mechanischen Grip und einen kräftigen Punch aus mittleren Drehzahlen höher bewerten als brachiale Spitzenleistung. Der LC8c schiebt beim Herausbeschleunigen satt an, ohne den Fahrer mit einer nervösen Leistungsentfaltung zu überfordern. Beim Anbremsen liegt die KTM stabil, lässt sich sauber bis zum Scheitelpunkt hineinbremsen und bleibt auch über Bodenwellen erstaunlich ruhig. Die Balance aus agilem Einlenken und hoher Stabilität gefällt mir besser als bei vielen radikaleren Rennreplikas. Gegen Yamaha R9 und Ducati Panigale V2 wirkt sie eigenständiger: weniger Drehzahltheater als die Yamaha, weniger filigran und exklusiv als die Ducati, dafür charaktervoll, druckvoll und sehr gut kontrollierbar. Die Track-Version richtet sich klar an Fahrer, die regelmäßig auf die Rennstrecke wollen und dort nicht erst umfangreich nachrüsten möchten.
Wer auf der Rennstrecke lieber effektiv als einschüchternd schnell fährt, findet in der KTM 990 RC R Track eine starke Partnerin. Ihr Zweizylinder liefert genau dort Druck, wo Kurven beginnen und enden. Das Paket wirkt fokussiert, stabil und charaktervoll. Für reine Höchstgeschwindigkeitsfans gibt es stärkere Alternativen, für viele Trackday-Fahrer aber kaum eine stimmigere.
Das internationale Testbild fällt überwiegend positiv aus, setzt aber unterschiedliche Schwerpunkte. Cycle World beschreibt die RC R als schnelle, renntaugliche und zugleich straßenfreundliche Mischung. RevZilla lobt vor allem die Track-Performance und die seriennah gut funktionierende Abstimmung, merkt aber an, dass die Ergonomie auf der Straße weniger komfortabel ausfällt. Visordown hebt das frühe Drehmoment, die saubere Gasannahme, das Vertrauen beim Herausbeschleunigen und die überzeugenden Bremsen hervor. Im direkten Fahreindruck wird die KTM dort als weniger messerscharf als eine Ducati Panigale V2, dafür als leichter schnell fahrbar eingeordnet. MCNews betont das versteifte Gitterrohrchassis und die zusätzlichen Rennstreckenfunktionen der Elektronik. Insgesamt sehen die Tests die KTM als charakterstarke Alternative zu Yamaha R9 und Ducati Panigale V2, mit viel Alltagstauglichkeit in der Basis und echtem Rennstreckenpotenzial in der Track-Ausführung. Quellen: cycleworld.com; revzilla.com; revzilla.com. Quelle ansehen