Man merkt sofort, dass hier kein Mainstream-Adventure-Ansatz dahintersteht, sondern ein sportlicher Kern mit Reiseambitionen. Der 931‑cm³‑Dreizylinder liefert 124 PS (91 kW) und 102 Nm und fühlt sich vor allem im mittleren Drehzahlband druckvoll an, ohne die feine Dosierbarkeit zu verlieren. Mit rund 239,7 kg wirkt sie nicht federleicht, kaschiert das Gewicht aber durch präzises Handling und stabile Linie in schnellen Kurven. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 220 km/h, was auf der Autobahn eher Reserven als Notwendigkeit ist. Euro 5+ und die umfangreiche Elektronik zielen klar auf moderne Alltagstauglichkeit, während die Serienausstattung den Premium-Anspruch untermauert. Im Markt steht sie zwischen DesertX-Style und Reiseenduro-Komfort, nur eben mit MV-Flair und deutlich mehr Exklusivität.
Dieses Bike erkennst du schon am ersten Gasstoß: Der Dreizylinder hängt so bissig am Kabel, dass du aus der Kehre eher „rauskatapultiert“ wirst als rausrollst. Auf meiner Hausrunde fühlt sich die Enduro Veloce weniger nach behäbigem Fernreisepferd an, sondern nach sportlichem Allrounder auf langen Beinen: präziser Einlenkimpuls, sauberer Kurvenhalt und beim Umlegen ein spürbar leichter „Nacken“ fürs 21-Zoll-Vorderrad. Die Elektronik ist dabei nicht Show, sondern Werkzeug: In schnellen Wechselkurven lässt du Traktionskontrolle und ABS arbeiten, ohne dass dir der Rhythmus bricht. Auf Schotter zählt vor allem die Balance aus Punch und Dosierbarkeit; sie fährt sich kontrolliert, solange du nicht erwartest, dass sie eine echte Hardenduro ersetzt. Gegen Ducati DesertX oder KTM 890 Adventure R wirkt sie weniger „Rallye“, dafür edler, satter und straßenorientierter schnell. Gegen eine Africa Twin punktet sie mit mehr Drama und Präzision, nicht mit Gelassenheit.
Ein Adventure-Bike für Fahrer, die Kurvenlinien lieben und trotzdem Gepäck und Reichweite ernst nehmen. Sie begeistert mit Charakter, Punch und einem erstaunlich sportlichen Gefühl am Vorderrad. Wer maximale Offroad-Rallye sucht, greift eher zur KTM; wer sorgenfreie Kilometer will, eher zur Honda. Für alle, die Premium wirklich fühlen wollen, ist sie ein Volltreffer.
Im Netz wird die 2026er-Enduro-Veloce vor allem als „vollausgestattet ab Werk“ eingeordnet: Mehrere Berichte betonen, dass MV Agusta die Reiseausstattung inklusive Koffersystem, Schutzkomponenten und Hauptständer stärker in die Serie zieht und damit das übliche Zubehör-Paketspiel umgeht. Außerdem taucht immer wieder die 5‑Jahres-Werksgarantie als klares Signal auf, Vertrauen und Besitzkosten zu adressieren. Technisch wird die Modellpflege eher als Feinschliff beschrieben, mit Fokus auf zusätzliche Ausstattung und neue Farbvarianten statt radikalem Umbau. In den Kommentaren und Foren schwingt parallel das typische MV-Thema mit: Faszination für Design, Exklusivität und den charakterstarken Dreizylinder, aber auch die Frage nach Händlernetz, Wartungsdisziplin und Langzeitzuverlässigkeit. Unterm Strich: viel Lob für Konzept und Premium-Anmutung, gemischte Stimmen beim Ownership-Thema, und breite Zustimmung, dass sie sich eher als sportliche Reiseenduro denn als kompromisslose Offroad-Waffe positioniert. Quelle ansehen