Motorsound
Wer viel Landstraße fährt und trotzdem Reiseambitionen hat, findet hier eine selten gute Balance aus Druck, Komfort und Kontrolle. Das Konzept lebt davon, dass die Sitzposition entspannt bleibt, während der Motor jederzeit sportlich anschiebt und Überholmanöver ohne großes Nachdenken erledigt. Auf welligem Asphalt spielt das Fahrwerk seine Stärke aus: Es hält die Linie, ohne die Hände mit harten Schlägen zu bestrafen, und gibt in Schräglage genug Ruhe, um am Kurvenausgang früh ans Gas zu gehen. Gleichzeitig ist sie kein Leichtgewicht, was man beim Rangieren und in sehr engen Kehren spürt, aber fahrend verschwindet das Thema weitgehend. Unterm Strich ist das ein Asphalt-Crossover für Fahrer, die lieber Kurvenradien als Schotterpisten sammeln.
Die GSX-S1000GX (2026) steht genau zwischen Sporttourer und Adventure-Crossover – für Leute, die auf Asphalt schnell sein wollen, aber nicht in Supersport-Ergonomie leiden möchten. Auf meiner Hausrunde wirkt sie wie eine GSX-S mit langen Beinen: Der Vierzylinder hängt sauber am Gas, baut ab mittleren Drehzahlen richtig Druck auf und macht beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven diesen typischen Suzuki-Punch. In schnellen Wechselkurven bleibt sie neutral, kippt nicht nervös ein, sondern zieht eine stabile Linie, solange man sauber am Lenker bleibt. Beim Anbremsen lässt sie sich präzise in den Bremspunkt „setzen“; das Vorderrad vermittelt Grip, ohne dass man ständig gegen Unruhe arbeiten muss. Gegen eine Ducati Multistrada V4 oder KTM 1290 Super Adventure ist sie weniger „High-End-Drama“, aber dafür zugänglicher und auf Asphalt fokussierter; gegenüber einer BMW S 1000 XR wirkt sie weniger aggressiv, dafür entspannter im Alltag und auf langen Etappen.
Ein Crossover, der sich wie ein Sporttourer mit extra Komfort anfühlt. Der Motor liefert souveränen Punch, das Fahrwerk bleibt in schnellen Kurven stabil und berechenbar. Beim Rangieren merkt man das Gewicht, fahrend überzeugt die Balance. Für Asphalt-Fans eine sehr runde Wahl.