MotorsoundPremium
Mit 776 cm³ Hubraum und 84 PS tritt die Suzuki nicht als brachiale Kraftmaschine auf, sondern als souveräne Reiseenduro mit gut nutzbarem Drehmoment. Die 78 Nm liegen so an, dass Überholmanöver ohne hektisches Zurückschalten gelingen, während der Motor auf kurvigen Landstraßen lebendig genug bleibt. Das 21-Zoll-Vorderrad, die langen Federwege und die Offroad-Elektronik geben der 800DE eine klare Richtung: Sie will nicht nur Feldwege dekorativ meistern, sondern auch bei losem Untergrund Vertrauen schaffen. Mit 229 Kilogramm fahrfertigem Gewicht verlangt sie beim Rangieren etwas Aufmerksamkeit, kaschiert diese Masse aber während der Fahrt erstaunlich gut. Gegenüber leichteren Konzepten wie der Ténéré 700 bietet sie mehr Komfort und Motorreserven, bleibt aber weniger radikal. Die Höchstgeschwindigkeit von etwa 190 km/h passt zum Charakter: genug für lange Autobahnetappen, ohne den Reisefokus zu verwässern.
Schon im Stadtverkehr fällt auf, wie leicht sich die V-Strom 800DE trotz ihrer stattlichen Erscheinung durch enge Lücken und langsame Kurven dirigieren lässt. Auf der Landstraße liefert der 270-Grad-Zweizylinder genau den Punch, den ich von einem Adventure-Bike dieser Klasse erwarte: kräftig aus niedrigen Drehzahlen, sauber dosierbar und im mittleren Bereich angenehm druckvoll. Beim Anbremsen bleibt die Suzuki stabil, in Wechselkurven wirkt sie berechenbar und auf losem Untergrund vermittelt das Vorderrad viel Vertrauen. Ihre Besonderheit ist die konsequente Mischung aus Reisetauglichkeit und echter Geländefähigkeit, ohne in Richtung Hardcore-Enduro abzudriften. Gegen eine Yamaha Ténéré 700 wirkt sie komfortabler und motorisch souveräner, gegen eine Honda XL750 Transalp robuster im groben Gelände. Die Power Edition bleibt damit eine ehrliche, vielseitige Reiseenduro.
Auf Asphalt fährt die V-Strom 800DE ruhig und satt, auf Schotter zeigt sie ihre eigentliche Stärke. Der Zweizylinder liefert Druck, ohne nervös zu werden, und das Fahrwerk arbeitet auch bei höherem Tempo souverän. Sie ist schwerer als eine Ténéré 700, aber vielseitiger auf langen Touren. Wer ein ehrliches Adventure-Bike mit echtem Geländetalent sucht, liegt hier richtig.
Die verfügbaren Tests zeichnen ein bemerkenswert geschlossenes Bild. Gelobt werden vor allem der kräftige, fein kontrollierbare Zweizylinder und seine nutzbare Kraft aus niedrigen Drehzahlen, die im Gelände Traktion und Ruhe vermittelt. ([indiatoday.in]) Ebenso positiv fällt das Fahrwerk auf: Die langen Federwege und die umfangreichen Einstellmöglichkeiten sollen auf schlechten Pisten viel Souveränität bieten, obwohl das Motorrad kein Leichtgewicht ist. ([1000ps.com]) Mehrere Stimmen sehen die Suzuki deshalb als sehr vielseitige Mittelklasse-Reiseenduro zwischen straßenorientierten Konzepten und kompromissloseren Offroad-Modellen. Kritisiert werden vereinzelt die weniger emotionale Motorcharakteristik im Vergleich zu älteren V-Strom-V-Twins, die etwas höhere Masse sowie Details wie Beleuchtung oder Wartungsintervalle. Quelle ansehen