Schon nach den ersten Metern fühlt sich die XB weniger wie ein klassisches Motorrad und mehr wie ein motorisiertes Spielgerät mit erstaunlich ernsthaftem Fahrwerk an. Der Antrieb schiebt spontan an, bleibt dabei aber gut dosierbar und macht enge Kehren, kurze Sprünge und wechselnde Untergründe angenehm leicht. Mit 10 PS und 42 Nm ist sie kein Hochgeschwindigkeitsgerät, doch die Kombination aus geringem Gewicht und sofortigem Drehmoment sorgt für deutlich mehr Punch, als die Zahlen vermuten lassen. Die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h reicht für Feldwege und private Offroad-Strecken völlig aus, auf langen schnellen Passagen wird das kompakte Konzept jedoch spürbar. Bremsen und Federung vermitteln Sicherheit, während die elektrische Ruhe den Fokus stärker auf Reifen, Linienwahl und Grip lenkt. Gegen eine Surron Light Bee wirkt die Zero wie eine sehr sauber gedachte Alternative mit eigenem Charakter.
Die Zero XB steht nicht für maximalen Enduro-Ernst, sondern für den unkomplizierten Einstieg in elektrisches Offroad-Fahren – und genau dafür ist sie gemacht. Mit nur 63 Kilogramm wirkt sie beim Aufheben, Wenden und Versetzen fast wie ein großes Mountainbike, fährt sich aber deutlich motorradiger. Der Elektromotor liefert aus dem Stand kräftigen Punch, sodass enge Kurven, kleine Anlieger und steile Auffahrten spielerisch gelingen. Besonders gefällt mir, wie direkt sie auf Gasbefehle reagiert, ohne nervös zu werden. Das Fahrwerk vermittelt mehr Vertrauen, als die kompakte Größe zunächst erwarten lässt, während die schmale Ergonomie auch kleineren Fahrern entgegenkommt. Gegen eine Surron Light Bee tritt sie mit ähnlicher Grundidee, aber einem erwachseneren Markenauftritt und gut abgestimmtem Gesamtpaket an. Für ausgewachsene Hochgeschwindigkeits-Endurotouren fehlt es an Reserven; als agile Spaßmaschine für Gelände, Hof und Nachwuchs ist sie jedoch ausgesprochen stimmig.
Für den Einstieg ins elektrische Gelände ist die Zero XB ein starkes Angebot: leicht, direkt und unkompliziert. Ihr größter Trumpf ist nicht rohe Leistung, sondern die Mischung aus Punch, Kontrolle und spielerischem Handling. Wer eine ausgewachsene Enduro oder lange Reichweiten sucht, muss höher greifen. Als agile Spaßmaschine überzeugt sie jedoch auf Anhieb.
Die bisherigen Tests zeichnen ein erstaunlich einheitliches Bild: Die Zero XB wird als kompakte, sehr leichte und ausgesprochen unterhaltsame Offroad-Maschine wahrgenommen. Cycle News lobt die Kombination aus kräftigem Antritt, brauchbarer Reichweite und einem Fahrwerk, das auch größere Fahrer nicht sofort überfordert. Im direkten Umfeld der Surron Light Bee wird die XB als vergleichbar spielerisch beschrieben, wobei die Zero bei Ausstattung und Markenauftritt einen eigenen Akzent setzt. RevZilla hebt vor allem den gelungenen Wiedereinstieg von Zero in den Dirt-Bike-Bereich und die kontrollierbare Leistungsabgabe hervor. Cycle World ordnet die XB als preisgünstigen Einstieg in die X-Baureihe ein. Auch Zero selbst positioniert sie als besonders leichtfüßiges, zugängliches Elektromotorrad für All-Terrain-Einsätze. Insgesamt überwiegt Begeisterung über den Spaßfaktor; Kritik richtet sich eher an die begrenzte Reichweite und die Tatsache, dass sie kein Ersatz für eine vollwertige Enduro sein will. Quelle ansehen