Mit 699 cm³ Hubraum, 95 PS und 74,4 Nm Drehmoment tritt die 703 RR selbstbewusst gegen die sportliche Mittelklasse an. Der Reihendreizylinder ist dabei ihr stärkstes Argument: Er verbindet einen kräftigen Durchzug aus mittleren Drehzahlen mit einem lebendigen, emotionalen Ausdrehen und wirkt charakterstärker als viele gleich starke Zweizylinder. 196 Kilogramm fahrfertiges Gewicht und ein sportlich ausgelegtes Aluminium-Chassis versprechen eine gute Balance aus Stabilität und Handlichkeit. Dazu kommen 255 km/h Höchstgeschwindigkeit, eine einstellbare Marzocchi-Federeinheit, Brembo-Bremsen, Traktionskontrolle und Quickshifter. Gerade diese Kombination aus Performance und Serienumfang macht sie interessant für Fahrer, die nicht erst lange in Zubehör investieren möchten. Der Preisvorteil bleibt allerdings an die Bereitschaft gekoppelt, bei Abstimmung und Markenimage kleinere Abstriche zu akzeptieren.
Die Zontes 703 RR steht im Segment der sportlichen Mittelklasse dort, wo Preisbewusstsein auf echten Fahrspaß trifft – sie richtet sich an Fahrer, denen eine auffällige Vollverkleidung, ein charaktervoller Dreizylinder und reichlich Ausstattung wichtiger sind als etabliertes Markenprestige. Ich mag ihren Ansatz, weil sie nicht versucht, eine kompromisslose Rennstreckenwaffe zu kopieren. Beim Einlenken wirkt sie ausreichend leichtfüßig, bleibt in schnellen Kurven stabil und vermittelt über die Bremsanlage Vertrauen für späte Bremspunkte. Der Motor hat im mittleren Bereich Druck, dreht willig hoch und liefert den typischen Punch eines Triples. Nicht alles fühlt sich bereits japanisch glatt an: Gasannahme und Lastwechsel verlangen etwas Eingewöhnung. Gegen Kawasaki Ninja 650, Yamaha R7 oder CFMOTO 675SR-R punktet sie mit Leistung und Ausstattung, muss sich bei Feinschliff und Langzeitvertrauen aber noch beweisen.
Wer eine auffällige Supersportlerin mit Dreizylinder-Charakter, ordentlich Punch und starker Ausstattung sucht, findet in der 703 RR eine echte Alternative. Sie fährt nicht perfekt glatt, aber engagiert, stabil und schnell genug für kurvige Landstraßen sowie gelegentliche Rennstreckeneinsätze. Gegen etablierte Modelle fehlen ihr vor allem Feinschliff und gewachsenes Vertrauen. Als Preis-Leistungs-Angebot ist sie dennoch bemerkenswert.
Die bisherigen Tests zeichnen ein erstaunlich geschlossenes Bild: Die Zontes 703 RR wird als eigenständiger und ernst zu nehmender Sportler wahrgenommen, der vor allem mit seinem Dreizylinder, der umfangreichen Serienausstattung und dem attraktiven Preis auffällt. Positiv bewertet werden das neutrale Handling, die alltagstaugliche Sitzposition, die hochwertigen Brems- und Fahrwerkskomponenten sowie die lineare Leistungsabgabe. Auf der kritischen Seite stehen eine teils ruppige Gasannahme, spürbare Lastwechsel und ein Quickshifter, der noch nicht die Geschmeidigkeit etablierter Wettbewerber erreicht. Für schnelle Landstraßenrunden reicht die Performance klar aus, während gelegentliche Trackdays möglich sind. Insgesamt sehen die Tester viel Motorrad fürs Geld, aber auch ein Modell, das bei Elektronikabstimmung, Detailqualität und Markenvertrauen noch Entwicklungspotenzial besitzt. ([motorradtest.de]) Quellen: motorradtest.de; heise.de; 1000ps.de. Quelle ansehen