Wissen · Unfallanalysen

Wie diese Zahlen entstehen

Diese Seite erklärt Herkunft, Verarbeitung und Grenzen der Motorradunfall-Daten auf NBNL. Sie ist die Belegstelle für jede Zahl, die auf den Unfallseiten steht — einschließlich der Dinge, die die Daten ausdrücklich nicht aussagen.

26.612ausgewertete Meldungen
22.475davon geokodiert
20002026Erhebungszeitraum

Quelle: NBNL Unfallauswertung (Presse- und Polizeimeldungen) · Stand: 14.08.2026

Woher die Meldungen kommen

Grundlage sind öffentlich zugängliche Presse- und Polizeimeldungen über Motorradunfälle. Ein Dienst prüft derzeit 6 Nachrichtenquellen etwa alle 30 Minuten auf neue Meldungen, holt den Volltext des jeweiligen Artikels und übergibt ihn der Auswertung. Meldungen, die keinen Motorradunfall beschreiben — Fahrrad- und Pedelec-Unfälle etwa, oder Kriminalfälle mit Motorrädern — werden dabei aussortiert.

Die Sammlung läuft seit Januar 2024. Ältere Unfälle sind nicht enthalten, und es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit: erfasst ist, worüber berichtet wurde.

Quelle: NBNL Unfallauswertung (Presse- und Polizeimeldungen) · 26.612 Datensätze · Stand: 14.08.2026

Was die KI tut — und was nicht

Aus jedem Artikel entsteht eine eigenständige Zusammenfassung in eigenen Worten. Der Originaltext wird nicht wiedergegeben — das ist keine Stilfrage, sondern die Voraussetzung dafür, fremde Pressetexte überhaupt zeigen zu dürfen (Presse-Leistungsschutzrecht, § 87f UrhG). Meldungen ohne eine solche Zusammenfassung erscheinen nirgends auf der Seite und zählen auch in keiner Statistik mit.

Zusätzlich ordnet die Auswertung jeder Meldung feste Kategorien zu: Unfallart, Ursache, Schweregrad, Straßentyp, Rolle der beteiligten Motorradfahrenden und die Zahl der Beteiligten.

Diese Kategorien sind Einschätzungen eines Sprachmodells auf Basis des Artikeltextes — keine amtlichen Klassifikationen. Sie sind insbesondere nicht mit den Merkmalen der amtlichen Unfallstatistik (Unfallart, Unfalltyp) vergleichbar und dürfen nicht gegen sie gerechnet werden.

Was im Artikel nicht steht, kann die Auswertung nicht wissen. Fehlt eine Angabe, bleibt das Feld leer statt geraten zu werden; leere Werte fallen aus allen Verteilungen heraus, statt als „unbekannt“ mitgezählt zu werden.

Wie geokodiert wird

Aus dem Artikel wird eine Ortsangabe gewonnen und in Koordinaten übersetzt. Zuerst fragt das System ein eigenes Ortsverzeichnis auf Basis von OpenStreetMap; erst wenn das keinen Treffer liefert, wird der öffentliche Dienst Nominatim befragt. Jedes Ergebnis durchläuft eine Plausibilitätsprüfung: passt die gefundene Adresse nicht zur Anfrage, wird der Treffer verworfen statt gespeichert.

Der Kartenpunkt ist die Ortsmitte, nicht die Unfallstelle.

„B16 bei Bad Abbach“ wird zu Bad Abbach aufgelöst, nicht zu der Stelle auf der B16. Für die Frage, welche Regionen und welche Streckenabschnitte auffällig sind, reicht diese Genauigkeit; als Anzeige eines konkreten Unfallorts ist sie ausdrücklich nicht zu lesen. Von 26.612 Meldungen tragen 22.475 Koordinaten — der Rest enthielt keine verwertbare Ortsangabe.

Zuordnung zu Landkreisen

Jede Meldung mit Koordinaten wird demjenigen Landkreis zugeordnet, in dessen Fläche ihr Punkt liegt. Grundlage sind die amtlichen Verwaltungsgrenzen des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie (VG250, Gebietsstand 01.01.2026). Gespeichert wird der amtliche Gemeindeschlüssel (AGS), nicht der Name — Kreisnamen ändern sich, Schlüssel praktisch nie.

Zugeordnet sind derzeit 19.866 von 24.559 verorteten Meldungen, verteilt auf 399 Landkreise in 16 Bundesländern. Die Differenz sind Unfälle außerhalb Deutschlands — überwiegend Österreich, Schweiz und Norditalien.

Quelle: Verwaltungsgebiete 1:250 000 (VG250) (Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG)) · Stand: 01.01.2026 · Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0

Doppelte Meldungen

Über denselben Unfall berichten oft mehrere Medien. Identische Artikel werden schon beim Einlesen über eine Prüfsumme abgewiesen. Darüber hinaus vergleicht eine Ähnlichkeitsprüfung Titel, Ort und Zeitpunkt und markiert erkannte Wiederholungen als Dublette — sie bleiben gespeichert, zählen aber in keiner Statistik und erscheinen in keiner Liste mit.

Vollständig ist diese Erkennung nicht. Zwei Meldungen mit sehr unterschiedlicher Wortwahl über denselben Unfall können beide bestehen bleiben.

Was die Zahlen nicht sind

Dies ist eine Auswertung des Berichtsgeschehens, nicht des Unfallgeschehens. Über schwere und tödliche Unfälle wird ungleich häufiger berichtet als über Blechschäden — der Bestand ist deshalb systematisch zu den schweren Fällen hin verzerrt.

Wie stark, lässt sich beziffern: In diesem Bestand sind rund 37 % der Meldungen tödliche Unfälle. Amtlich kamen 2025 in Deutschland 481 Kraftradfahrer ums Leben, während 27.693 verletzt wurden — das sind rund 1,7 % der Verunglückten.

Für Gefahrenstellen, regionale Schwerpunkte und Ursachenmuster sind die Daten aussagekräftig. Für die Frage „wie wahrscheinlich ist ein Unfall“ sind sie es nicht.

Auch der Verlauf über die Jahre ist mit Vorsicht zu lesen: Er bildet mindestens ebenso sehr ab, wie viele Quellen im jeweiligen Zeitraum ausgewertet wurden, wie das tatsächliche Unfallaufkommen.

Quelle: Verkehrsunfälle (Jahreszahlen) (Statistisches Bundesamt (Destatis)) · Stand: 2025 · Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0

Amtliche Vergleichsdaten

Für die Einordnung ist der Unfallatlas der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder die richtige Quelle. Er enthält alle polizeilich erfassten Unfälle mit Personenschaden, punktgenau verortet und ohne Personenbezug, unter einer offenen Lizenz.

NBNL hat daraus die Unfälle mit Kraftradbeteiligung übernommen: 326.783 Unfälle aus den Jahren 20162025, davon 5.127 mit Getöteten, verteilt auf 401 Landkreise. Nicht enthalten sind Unfälle mit reinem Sachschaden — die erfasst der Atlas grundsätzlich nicht.

Das ist eine andere Grundgesamtheit als die hier ausgewerteten Meldungen und eine andere Rechtslage. Beide Datenschichten werden deshalb getrennt ausgewiesen und nirgends zu einer Summe verrechnet. Der Nutzen der amtlichen Zahlen liegt im Nenner: Sie sagen, wie viele Unfälle in einer Region überhaupt stattfanden — und damit, welchen Ausschnitt die Berichterstattung zeigt.

Die Kategorien der eigenen Auswertung (Unfallart, Ursache) sind Modellausgaben und dürfen NICHT gegen die amtlichen Merkmale UART und UTYP1 gerechnet werden. Vergleichbar sind allein die Größenordnungen.

Quelle: Unfallatlas (Statistische Ämter des Bundes und der Länder) · Stand: 2025 · Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0

Löschung einer Meldung

Wer als Betroffener oder Angehöriger die Ausblendung einer Meldung wünscht, kann sie über das Meldeformular beantragen (DSGVO Art. 17, Pressekodex Ziff. 8). Nach Prüfung wird der Eintrag ausgeblendet: Er verschwindet aus Liste, Karte, Statistik und Sitemap.

Der Datensatz selbst bleibt technisch bestehen — allerdings ausschließlich, damit der automatische Import dieselbe Meldung nicht beim nächsten Durchlauf erneut aufnimmt. Angezeigt wird sie nie wieder.

Änderungen

Wesentliche Änderungen an Datenbasis oder Auswertungsverfahren, neueste zuerst.

  • Landkreis-Zuordnung eingeführt (Punkt-in-Polygon gegen die amtlichen Verwaltungsgrenzen VG250). Die Kennzahlen im Seitenkopf zählen jetzt ausschließlich Meldungen, die auch angezeigt werden dürfen — vorher zählten sie zusätzlich Meldungen ohne KI-Zusammenfassung und lagen dadurch höher als die Liste darunter.
  • Eigenes Ortsverzeichnis wird vor Nominatim befragt; Plausibilitätsprüfung verwirft Geocoder-Treffer, die nicht zur Anfrage passen.
  • Beginn der laufenden Sammlung.

← Zurück zu den Motorradunfällen