Man merkt sofort: Hier steht kein Federgewicht, sondern eine Naked, die sich gerne „gesetzt“ anfühlt. Der Zweizylinder liefert seinen Schub sauber und gut kontrollierbar, was auf nasser Fahrbahn und in engen Kehren Vertrauen schafft, auch wenn der ganz große Kick ausbleibt. Auf der Bremse wirkt das Paket stabil, und in schnellen Wechselkurven bleibt sie berechenbar, solange man sie aktiv führt. Im Alltag ist die Sitzposition angenehm, aber beim Rangieren und im Stop-and-go erinnert die Masse daran, dass das Konzept eher auf solide Straßenlage als auf spielerische Leichtigkeit zielt. Wer genau das sucht, bekommt eine markante Alternative zu den üblichen Verdächtigen der Klasse, mit starkem Auftritt und viel Gegenwert.
In der Mittelklasse-Naked-Liga steht die 752S für alle, die Substanz statt Show-Elektronik wollen: ein ehrlicher Zweizylinder, ein sattes Fahrwerk und eine Optik, die sich nicht wegduckt. Auf meiner Hausrunde wirkt sie wie ein „Heavy Hitter“: Beim Einlenken braucht sie einen klaren Impuls am breiten Lenker, dann hält sie die Linie erstaunlich stoisch. Genau da punktet sie gegen leichtere Spaßgeräte: In schnellen Kurven liegt sie ruhig, fast schon erwachsen, und ich kann Bremspunkte spät setzen, ohne dass sie nervös wird. Der Punch aus dem Keller ist ordentlich, aber eher linear als explosiv; das lädt zum sauberen Rausbeschleunigen ein, statt zum wilden Vorderrad-Theater. In der Stadt erinnert das Gewicht beim Rangieren daran, dass hier viel Stahl und viel Motorrad am Start ist. Gegen MT-07 oder Z650 fehlt die Leichtfüßigkeit, gegen eine F 900 R die Feinschliff-Note – dafür liefert Benelli dieses „viel Bike pro Euro“-Gefühl mit eigenem, kantigem Auftritt.
Für Landstraße und Alltag ist das eine überraschend erwachsene Naked: stabil, gut kontrollierbar und optisch mit Kante. Der Motor schiebt linear, nicht spektakulär. Das Gewicht kostet Leichtigkeit beim Rangieren und im ganz engen Geläuf. Wer Preis-Leistung und Souveränität sucht, liegt richtig.
Im Netz zeichnet sich ein recht konsistentes Bild: Viele Tester loben die 752S für stabiles, vertrauenerweckendes Handling und gute Bremsen, gerade wenn das Tempo auf der Landstraße steigt. Dueruote beschreibt sie als „sincera e rassicurante“ und betont die angenehme Ergonomie sowie brauchbare Manövrierbarkeit in der Stadt, weist aber auch auf spürbares Gewicht und eine nicht besonders fein dosierbare Kupplung hin. GPone ordnet sie als leicht zugängliche Naked mit niedriger Sitzhöhe ein, nennt das hohe Gewicht jedoch als klaren Nachteil für Dynamik und Performance-Gefühl. Motorcycle News kritisiert vor allem die eher träge Motoransprache und ein fehlendes „Zip“ gegenüber Rivalen wie MT-07/F 900 R sowie ein etwas ruppiges Getriebe bzw. eine grabby Kupplung. Ergänzend fällt in Community-Threads häufig das Thema Preis-Leistung positiv, während Zubehör- und Teileversorgung je nach Markt als potenzieller Haken genannt werden. Quellen: reddit.com; reddit.com; us.ok.com. Quelle ansehen