Motorsound
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Mit 109 PS und 115 Nm tritt die BMW R 12 GS nicht als Leistungsmonster an, besitzt aber genug Druck für flotte Landstraßenrunden und souveräne Überholmanöver. Ihr Boxer hängt direkt am Gas, klingt satt und entwickelt seinen Punch so gleichmäßig, dass enge Kehren ebenso viel Freude machen wie lange Geraden. Das Fahrwerk arbeitet auf Schotter großzügig, bleibt auf Asphalt aber ausreichend präzise, solange man die Maschine aktiv in die Kurve führt. Gegenüber der R 1300 GS fehlen Hightech, Windschutz und die enorme Langstreckenkompetenz, dafür wirkt die R 12 GS leichter zugänglich und emotionaler. Wer eine Reiseenduro für Weltumrundungen sucht, findet bessere Werkzeuge; wer eine charaktervolle Enduro mit echtem Boxer-Gefühl möchte, bekommt hier ein sehr eigenständiges Motorrad.
Der runde LED-Scheinwerfer ist der erste Blickfang – doch nach wenigen Metern übernimmt der Boxer die Hauptrolle. Die BMW R 12 GS fühlt sich nicht wie eine verkleidete Reiseenduro an, sondern wie eine bewusst grobe, ehrliche Maschine mit viel mechanischem Charakter. Beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven liefert der 1.170er kräftigen Punch, bleibt dabei gut dosierbar und schiebt schon aus niedrigen Drehzahlen satt an. Das Vorderrad vermittelt auf losem Untergrund Vertrauen, während die lange Federbewegung schlechte Wege souverän wegfiltert. Auf Asphalt fährt sie stabil, verlangt wegen ihrer klassischen Geometrie aber etwas mehr Nachdruck als eine R 1300 GS. Genau darin liegt ihr Reiz: weniger digitale Perfektion, mehr Rückmeldung an Lenker, Sitzbank und Fußrasten. Gegen die Yamaha Ténéré 700 wirkt sie kräftiger und kultivierter, gegen die Ducati DesertX komfortabler und charaktervoller. Die R 12 GS ist keine verkleinerte R 1300 GS, sondern eine eigenständige Antwort auf die Frage, wie viel Abenteuer ein Motorrad ohne Technik-Overkill vermitteln kann.
Die BMW R 12 GS verbindet nostalgische Optik mit überraschend ernsthaften Enduro-Fähigkeiten. Ihr starker Boxer, das großzügige Fahrwerk und die direkte Rückmeldung machen sie auf kurvigen Straßen und schlechten Wegen besonders reizvoll. Gegen die R 1300 GS verliert sie bei Komfort, Reichweite und Elektronik, gewinnt aber deutlich an Charakter. Ein Motorrad für den Bauch – und gerade deshalb eines der interessantesten BMW-Modelle der aktuellen Generation.
Die internationalen Tests zeichnen ein erstaunlich geschlossenes Bild. 1000PS lobt die fein ansprechende Gasannahme, den eigenständigen Charakter und die klare Abgrenzung zur technisch überladenen R 1300 GS. RevZilla sieht die R 12 G/S als gelungene Rückbesinnung auf die ursprüngliche GS-Idee, kritisiert aber das kleine, weniger gut ablesbare Anzeigeinstrument und die teilweise umständliche Menüführung. DoubleClutch hebt das elegante Retro-Design, den kräftigen Durchzug und die problemlose Beherrschbarkeit im Alltag hervor, bemängelt jedoch eine etwas ruppige Vorderradbremse und die nicht ganz saubere Lastwechselreaktion. Pipeburn sieht besonders auf schlechten Wegen Vorteile gegenüber der schwereren R 1300 GS Adventure, weist aber auf den hohen Preis und die eher kleine Zielgruppe hin. Insgesamt gilt sie als emotionalere, weniger rationale Alternative für Fahrer, die Stil und Fahrgefühl höher gewichten als maximale Elektronik und Reisetauglichkeit. Quellen: totalmotorcycle.com; youtube.com; youtube.com. Quelle ansehen