Auf dem Papier bleibt vieles vertraut, aber die Wirkung ist eine andere: Die Collezione 100 spielt mit Historie, ohne die moderne Monster-DNA zu verleugnen. Der 890-cm³-V2 mit 111 PS (81,6 kW) und 91,1 Nm liefert einen kräftigen, gut dosierbaren Antritt, der auf der Landstraße mehr zählt als reine Spitzenwerte. Mit 175 kg (ohne Kraftstoff) wirkt das Motorrad handlich, und die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h zeigt, dass auch obenrum genug Reserven da sind. Die Euro-5+-Einstufung passt zur Gegenwart, während die Trockenkuplung und die Collezione-spezifischen Details den Sammlerreiz erhöhen. Entscheidend ist: Das ist kein neues Konzept, sondern eine emotional aufgeladene, limitierte Interpretation eines sehr fahraktiven Hyper Nakeds.
Im Feierabendverkehr fällt sie mir zuerst durch ihre Präsenz auf: schmal zwischen den Autos, aber mit diesem „Ich bin was Besonderes“-Blick, den nur eine Monster kann. Sobald die Straße frei wird, drücke ich am Ortsausgang das Gas an und der V2 schiebt mit kernigem Punch aus dem mittleren Drehzahlkeller, ohne dass ich ständig nach dem perfekten Gang suchen muss. In schnellen Wechselkurven wirkt das Bike leichtfüßig und neutral, kippt willig rein und bleibt sauber auf Linie, wenn ich am Kurveneingang spät löse und am Scheitel wieder früh ans Gas gehe. Die Bremse liefert klare Rückmeldung, und genau das macht die Monster für mich so stark: Sie ist kein nervöses Track-Tool, sondern ein präziser Landstraßen-Partner mit Charakter. Gegen KTM 890 Duke R oder Triumph Street Triple R/S fühlt sie sich weniger „Rasierklinge“, dafür emotionaler und runder im Gesamtpaket an; gegen eine Yamaha MT-09 SP punktet sie mit mehr Feinschliff im Gefühl. Die Collezione-Details setzen dem Ganzen die Sammler-Krone auf, ohne das Grundrezept zu verwässern.
Wer eine Monster fürs Fahren sucht, bekommt hier die agile, präzise Basis mit extra Gänsehaut-Faktor. Die Collezione 100 macht vor allem über Optik, Limitierung und Details wie Trockenkuplung und Alcantara Sinn. Für reine Preis-Leistung-Jäger ist die Standard-Monster rationaler. Für Sammler und Stilfahrer ist sie genau die richtige Versuchung.
Im Netz wird die Collezione 100 vor allem als konsequent auf Sammler getrimmte Jubiläumsserie eingeordnet: Ducati selbst betont die Kombination aus historischen Lackierungen, nummerierten Editionen und exklusiven Details wie Centenario-Bronze-Akzenten, Trockenkuplung sowie Beigaben (Abdeckung, Ständer, Echtheitszertifikat und signierte Kunstprints). Die Modellseite zur Monster 100 nennt zudem die Eckdaten der Basis (890 cm³, 111 PS/81,6 kW, 91,1 Nm, 175 kg ohne Kraftstoff) und listet die spezifischen Ausstattungsmerkmale wie Alcantara-Sitz und die nummerierte Plakette. RevZilla ordnet die Monster 100 als Hommage an die Monster S4Rs Tricolore (2008) ein und hebt die starke Retro-Optik im Kontrast zur modernen Plattform hervor, inklusive der typischen Sammler-„Bundle“-Ausrichtung. Ein deutscher Kurzbericht fasst das Ganze als breit angelegte Sondermodell-Offensive zusammen: zehn Baureihen, jeweils auf 100 Exemplare limitiert, als Jubiläumsstatement. Unterm Strich: viel Begehrlichkeit über Optik, Limitierung und Storytelling, technisch nah an der Serien-Monster. Quelle ansehen