Auf kurvigen Strecken zeigt sich schnell, dass die V2 S nicht nur „Touring mit Hochlenker“ sein will, sondern echte Ducati-DNA trägt. Das Fahrwerk vermittelt viel Feedback, bleibt aber komfortabel genug, um schlechte Landstraßen nicht in Stress zu verwandeln. Der V2 liefert genau die Art Vortrieb, die im Alltag Spaß macht: kräftig aus der Mitte, gut kontrollierbar am Kurvenausgang und mit ausreichend Reserven fürs Überholen. Ergonomie und Windschutz passen für lange Tage, ohne dass sich die Maschine im Handling schwer anfühlt. Wer von einer älteren Multistrada V2 kommt, spürt vor allem die modernere Abstimmung und die leichtere, neutralere Art, Kurven aneinanderzureihen.
Im Stadtverkehr fällt mir zuerst auf, wie mühelos sich die 2025er V2 S zwischen Autos einfädelt: weniger Trägheit beim Einlenken, saubere Gasannahme, und beim Stop-and-go bleibt sie angenehm gut dosierbar. Auf der Landstraße wirkt sie wie aus einem Guss: Du triffst den Bremspunkt, stellst sie auf die Kante und sie hält die Linie, ohne dass du am Lenker „arbeiten“ musst. Der Motor schiebt aus mittleren Drehzahlen kräftig an, nicht brutal, sondern kontrolliert, mit diesem typisch italienischen Punch beim Herausbeschleunigen. Die Elektronik greift fein ein, sodass Gripwechsel auf welligem Asphalt nicht gleich den Flow zerstören. Gegen eine Yamaha Tracer 9 GT+ wirkt die Ducati emotionaler und präziser am Vorderrad, gegen eine BMW F 900 XR hochwertiger im Fahrgefühl, während eine KTM 890 SMT noch aggressiver, aber weniger tourig abgestimmt ist. Unterm Strich: sportlicher als viele Crossover, ohne den Reisecharakter zu verlieren.
Im Alltag und auf der Hausrunde überzeugt sie mit leichterem Handling, sauberer Dosierbarkeit und einem Motor, der aus der Mitte richtig Laune macht. Das Fahrwerk trifft einen starken Kompromiss aus Komfort und Präzision. Für sportliche Tourer, die Kurvenfokus wollen, ist sie eine der rundesten Crossover-Optionen.