Mit ihrem 1.923-cm³-V-Twin spielt die Low Rider S in einer Liga, in der nicht Spitzenwerte allein zählen, sondern die Art der Kraftentfaltung. 115,5 PS und 173 Nm reichen, um aus fast jeder Kurve mit Nachdruck herauszubeschleunigen, während das neue Elektronikpaket den Charakter je nach Modus deutlich verändert. In Sport reagiert der Gasgriff spontan und direkt, Road wirkt gelassener, Rain nimmt dem Antrieb die Schärfe für rutschige Bedingungen. Dazu kommen die 43-Millimeter-Upside-down-Gabel, der längere Federweg und die kräftige Doppelscheibenbremse vorn – Komponenten, die aus dem schweren Cruiser ein erstaunlich belastbares Landstraßenmotorrad machen. Gegenüber dem Vorgänger fühlt sich die 2025er präziser und kompletter an, ohne den klassischen Harley-Davidson-Auftritt zu verlieren. Wer mehr Windschutz und Gepäck braucht, findet in der Low Rider ST die praktischere Alternative; wer maximale Beschleunigung und Kurvenagilität sucht, muss bei Ducati oder Triumph allerdings mit deutlich weniger V-Twin-Charakter leben.
Auf der Landstraße zeigt die Low Rider S sofort, wofür sie gebaut ist: spät bremsen, sauber einlenken und am Kurvenausgang den Hahn öffnen. Der große V-Twin liefert seinen Punch nicht hektisch, sondern mit diesem satten Druck, der den Oberkörper nach hinten schiebt und trotzdem gut kontrollierbar bleibt. Im Vergleich zum Vorgänger wirkt das Fahrwerk deutlich erwachsener. Die Upside-down-Gabel hält beim Anbremsen stabil, der hintere Monoshock gibt der Harley mehr Ruhe, ohne ihr die mechanische Direktheit zu nehmen. Mit 304 Kilogramm bleibt sie beim Rangieren und in engen Kehren präsent, aber während der Fahrt trägt sie das Gewicht erstaunlich souverän. Gegen eine Indian Sport Chief wirkt sie fokussierter, gegen moderne Power-Cruiser wie die Ducati Diavel aber weniger radikal und weniger schnell. Ihre Stärke liegt in der Verbindung aus Charakter, Grip, Klangkulisse und echtem Kurvenwillen. Die Low Rider S ist keine verkleidete Sportmaschine, sondern ein Cruiser, der überraschend ernsthaft angreift.
Die Low Rider S verbindet amerikanischen V-Twin-Charakter mit einem Fahrwerk, das endlich konsequent auf sportliches Fahren ausgelegt ist. Ihr kräftiger Punch, die stabile Front und die wirksamen Bremsen machen sie auf kurvigen Strecken überraschend unterhaltsam. Das hohe Gewicht und die kompakte Ergonomie bleiben Alltagsthemen. Trotzdem ist sie 2025 eine der überzeugendsten Performance-Cruiser im Harley-Davidson-Programm.
Die internationalen Tests bewerten die 2025er Low Rider S überwiegend als bislang sportlichste Softail. Hervorgehoben werden der kräftigere Milwaukee-Eight-117-High-Output-Motor, die drei Fahrmodi und die deutlich leistungsfähigere Bremsanlage. Besonders positiv fällt in den Fahrberichten auf, dass die Harley in Kurven nicht nur stabil, sondern tatsächlich engagiert wirkt: Die neue Fahrwerksabstimmung erlaubt mehr Schräglage und vermittelt ein berechenbares Gefühl beim Herausbeschleunigen. Gleichzeitig bleibt die Sitzposition gewöhnungsbedürftig, weil Lenker und mittig montierte Fußrasten eine kompakte, leicht nach vorn orientierte Haltung erzeugen. Kritik gibt es vor allem an einzelnen harten Fahrbahnkanten und am weiterhin hohen Gewicht. Im Vergleich zur Low Rider ST wird die S als puristischer und agiler beschrieben, während die Indian Sport Chief RT mehr Tourenkomfort bietet. Insgesamt sehen die Tester einen gelungenen Schritt vom klassischen Cruiser zum echten Sport-Cruiser. Quellen: harley-davidson.com; harley-davidson.com; ultimatemotorcycling.com. Quelle ansehen