Dunkel, bullig und trotzdem erstaunlich präzise: Genau so fährt sich die Challenger Dark Horse mit 112-Paket im Jahr 2026. Der flüssigkeitsgekühlte PowerPlus 112 liefert kräftigen Durchzug und bleibt dabei auch bei höherer Drehzahl willig, was auf der Landstraße dieses lässige „ein Gang, alles drin“-Gefühl erzeugt. Die rahmenfeste Verkleidung sorgt für Stabilität im Wind und lässt die Front in schnellen Kurven neutraler wirken, als man es bei dieser Gewichtsklasse erwartet. Beim Rangieren und im Stop-and-go fühlt sich die Lenkung dagegen ungewohnt leicht an, was saubere Technik belohnt. Unterm Strich ist das ein Bagger für Fahrer, die nicht nur geradeaus gleiten, sondern Kurven wirklich fahren wollen.
Der erste Aha-Moment kommt nicht beim Gas, sondern beim Einlenken: Die rahmenfeste Verkleidung nimmt spürbar Last von der Lenkung, und plötzlich wirkt ein 380-kg-Bagger in schnellen Wechselkurven fast „leicht“. Auf meiner Hausrunde mit langen Radien kann ich den Bremspunkt später setzen als erwartet, weil das Vorderrad sauber Rückmeldung gibt und die Front beim Anbremsen stabil bleibt. Der 112er hat diesen souveränen Punch aus dem Keller, aber noch wichtiger: Er zieht auch obenraus ohne Drama weiter, sodass Überholmanöver eher ein kurzer Handgelenk-Impuls sind als ein Plan. In der Stadt verlangt das Bike nach sauberer Kupplungshand und einem Hauch Hinterradbremse, dann ist die Balance da. Gegen Harley Road Glide wirkt die Indian für mich direkter im Handling und „moderner“ im Antrieb, während BMW K 1600 B kultivierter, aber weniger kernig rüberkommt.
Wer eine dunkle, moderne Bagger-Ansage sucht, bekommt hier viel Charakter plus echte Fahrdynamik. Der 112er überzeugt weniger durch „Zahlen“, sondern durch souveränen, jederzeit abrufbaren Schub. In engen Manövern braucht’s Gewöhnung an die leichte Lenkung, danach passt’s. Für mich eine der sportlichsten Alternativen zur Road Glide.
Im Netz wird die Challenger Dark Horse 112 häufig als „Performance-Bagger“ eingeordnet: Total Motorcycle betont den PowerPlus-112 als drehfreudigen, flüssigkeitsgekühlten V2 mit starkem Durchzug und die insgesamt moderne Ausstattung samt Fahrmodi und Bremsanlage. Autoevolution hebt hervor, dass sich das 2026er Modell vor allem über Farben/Packages positioniert und nennt zudem die Option auf PowerBand-Audio sowie typische Komfort-Features wie elektrisch verstellbare Scheibe und TPMS. 1000PS liefert die technischen Eckdaten und ordnet das Paket als schweres Touring-Bike mit umfangreicher Elektronik ein. In Foren/Reddit taucht als wiederkehrender Punkt das sehr leichte, teils „nervös“ wirkende Lenkgefühl bei Schrittgeschwindigkeit auf; mehrere Fahrer erklären das mit der rahmenfesten Verkleidung und schreiben, dass man sich daran gewöhnt und mit Hinterradbremse/Schleifpunkt Ruhe ins Bike bekommt. Insgesamt überwiegt der Tenor: viel Motor, erstaunlich gutes Handling für die Klasse, und ein klarer Gegenentwurf zur klassischen Pushrod-Bagger-Charakteristik. Quelle ansehen