Schon nach den ersten Kilometern wirkt das Paket erstaunlich erwachsen, ohne die typische Duke-Frechheit zu verlieren. Der Zweizylinder hängt sauber am Gas und liefert genau dort Druck, wo man ihn auf der Landstraße ständig braucht: aus der Kurve heraus, nicht erst ganz oben. Fahrwerksseitig steht sie stabil in schnellen Bögen, kippt aber willig in enge Radien, was das Tempo fast automatisch steigen lässt. Die Ergonomie passt für sportliches Fahren, ohne dass Handgelenke oder Knie sofort meckern. Unterm Strich ist das eine Mittelklasse, die sich wie „mehr Motorrad“ anfühlt, als es die nackten Zahlen vermuten lassen.
Dieses typische LC8c-Knurren beim Anlegen des ersten Gangs ist das Detail, das sich sofort festbeißt: rau, direkt, lebendig. Auf der Landstraße fährt sich die 790 Duke (2026) wie ein Skalpell, weil sie beim Einlenken kaum Widerstand kennt und in schnellen Wechselkurven extrem neutral bleibt. Der Motor schiebt aus der Mitte mit echtem Punch, sodass ich viele Kehren einen Gang höher nehmen kann und trotzdem sauber am Kurvenausgang rauskatapultiere. Beim harten Anbremsen bleibt das Heck stabil, die Front gibt klar Rückmeldung, und die Bremspunkte lassen sich präzise wiederholen, ohne dass die Fuhre nervös wird. Elektronische Helfer wirken nicht wie ein Maulkorb, sondern wie ein Sicherheitsnetz, das spät und fein eingreift. Im Markt trifft sie auf Yamaha MT-09 und Triumph Street Triple: weniger „Drei-Zylinder-Schmelz“, dafür messerscharfe Agilität und ein sehr direkter, mechanischer Fahrspaß.
Wer ein Naked Bike sucht, das Kurven frisst und trotzdem alltagstauglich bleibt, liegt hier richtig. Der Motor drückt kräftig aus der Mitte, das Handling ist messerscharf. Gegen MT-09 und Street Triple punktet sie mit Direktheit und Leichtfüßigkeit. Für mich ein sehr stimmiges Gesamtpaket.