Mit der Rocket 3 Storm entwickelt Triumph das Konzept des modernen Muscle-Cruisers konsequent weiter. Der längs eingebaute Dreizylinder liefert aus 2458 cm³ nun 182 PS und 225 Nm und verbindet eine sanfte Laufkultur mit einem Schub, der auf der Landstraße schnell süchtig macht. Die 320 Kilogramm verschwinden beim Rollen erstaunlich gut, doch beim Rangieren und beim engen Wenden bleibt die Masse präsent. In schnellen Kurven liegt die Storm satt und stabil, während die kräftige Bremse klare, spät gesetzte Bremspunkte erlaubt. Gegenüber der früheren Rocket 3 fühlt sich der Auftritt geschärfter und moderner an, ohne dass der eigenwillige Charakter verloren geht. Mit Euro 5+ bleibt sie zudem technisch auf der Höhe, auch wenn sie nie das handliche Allround-Motorrad sein will.
Die Rocket 3 Storm steht im Segment der Muscle-Cruiser nahezu konkurrenzlos: Sie richtet sich an Fahrer, die nicht einfach ein schnelles Motorrad, sondern ein motorisiertes Statement suchen. Ihr gewaltiger Dreizylinder wirkt beim ersten Gasstoß fast absurd, lässt sich im Alltag aber erstaunlich sauber dosieren. Beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven liegt der Reiz nicht in hektischer Drehzahl, sondern in diesem tiefen, langen Punch, der das Motorrad mit Nachdruck nach vorn schiebt. Trotz ihres hohen Gewichts überrascht die Triumph mit stabiler Linienwahl, brauchbarem Grip und einer Bremse, die auch vor dem späten Anker nicht zurückschreckt. Sie ist kein Kurvenräuber wie eine Ducati Diavel V4, aber deutlich agiler, als ihre mächtige Erscheinung vermuten lässt. Gegenüber der Vorgängerin wirkt sie geschärfter, ohne ihren eigenständigen Charakter zu verlieren.
Diese Triumph ist kein gewöhnlicher Cruiser, sondern ein Erlebnis mit Fahrwerk, Bremse und einem Motor, der jede Gerade in eine kleine Mutprobe verwandelt. Die Rocket 3 Storm fährt kontrollierter, agiler und ausgereifter, als ihre Dimensionen erwarten lassen. Wer Charakter, Präsenz und maximalen Durchzug sucht, findet kaum eine ähnlich konsequente Alternative. Vernunftkäufer greifen trotzdem besser zur leichteren Konkurrenz.
Die Tests zeichnen ein erstaunlich einheitliches Bild: Die Rocket 3 Storm beeindruckt weniger durch nackte Spitzenleistung als durch ihren unmittelbar anliegenden Schub. Heise beschreibt, wie souverän sie im hohen Gang aus niedrigen Geschwindigkeiten heraus beschleunigt, während der breite Hinterreifen bei voller Last ordentlich gefordert wird. Motorradtest.de lobt den erhaltenen Charakter, die zusätzliche Leistung und das überarbeitete Auftreten, sieht aber weiterhin ein Motorrad, das seine Masse nicht verleugnen kann. RevZilla ordnet R und GT als gezielte Weiterentwicklung ein: Das Grundkonzept bleibt unverändert, die Unterschiede liegen vor allem in Ergonomie, Ausstattung und Feinschliff. Auch der 1000PS-Test hebt Motor, Elektronik und Fahrwerk hervor, betont aber, dass die Rocket trotz ihrer Gewalt gut kontrollierbar bleibt. Insgesamt gilt sie online als emotionaler Kauf mit außergewöhnlicher Präsenz, nicht als rationalste Wahl im Cruiser-Markt. Quellen: motorradtest.de; motorradtest.de; heise.de. Quelle ansehen