Auf den ersten Metern wirkt die CRF300L angenehm schmal und vertraut, fast wie ein Mountainbike mit Motor. Ihr 286-cm³-Einzylinder entwickelt 27,3 PS und 26,6 Nm nicht spektakulär, aber mit genau dem richtigen Maß an Druck für enge Wege, Feldpassagen und den täglichen Einsatz. Beim Herausbeschleunigen aus Kehren reicht der Punch aus, während die gut dosierbare Gasannahme auch auf losem Untergrund Vertrauen schafft. Die 153 Kilogramm sind auf Asphalt kein Problem und geben bei höherem Tempo Stabilität, werden im tiefen Sand oder beim Rangieren aber deutlich spürbar. Gegen stärkere Reiseenduros fehlt es an Reserven, dafür bleibt die Honda überschaubar, zuverlässig wirkend und deutlich weniger einschüchternd.
Der schmale Tank zwischen den Knien bleibt sofort hängen: Die CRF300L fühlt sich nicht wie ein schweres Reiseenduro-Motorrad an, sondern wie ein großes, straßenzugelassenes Trailbike. Genau darin liegt ihre Stärke. Der Einzylinder liefert seinen Punch kontrolliert und berechenbar, sodass ich auf losem Untergrund früh ans Gas gehen kann, ohne dass das Hinterrad hektisch nach Grip sucht. In engen Kurven lässt sie sich mit wenig Druck am Lenker umlegen, beim Anbremsen bleibt sie gutmütig und die schmale Ergonomie lädt zum aktiven Fahren im Stehen ein. Die Fahrwerksabstimmung ist komfortabel, bei höherem Tempo über Wellen aber nicht sportlich genug für kompromisslose Attacke. Gegen stärkere Konkurrenten fehlen Reserven und Durchzug, dafür punktet die Honda mit Zugänglichkeit, niedrigen Folgekosten und einem Motor, der Fehler verzeiht. Wer keine Hard-Enduro erwartet, bekommt ein sehr ehrliches Motorrad für Alltag, Feierabendrunde und große Schotterumwege.
Wer eine ehrliche Enduro für Alltag, Schotter und leichte Trails sucht, findet in der CRF300L einen überzeugenden Begleiter. Der Motor ist kräftig genug, ohne Anfänger zu überfordern, und die Ergonomie unterstützt aktives Fahren. Grenzen setzt vor allem das komfortabel-weiche Fahrwerk, nicht das Konzept. Für Abenteuer mit überschaubarem Tempo ist sie eine der sympathischsten Lösungen ihrer Klasse.
Die Testberichte zeichnen ein sehr einheitliches Bild: Die CRF300L wird für ihren geschmeidigen Einzylinder, die leichtgängige Kupplung und die gutmütige Kraftentfaltung gelobt. Mehrere Fahrer beschreiben sie als besonders zugänglich auf engen Trails, in technischem Gelände und auf einfachen Schotterstrecken. Gleichzeitig gilt das Fahrwerk als klarer Kompromiss: Für Einsteiger und moderates Tempo arbeitet es komfortabel, bei harten Kanten, schnellen Bodenwellen oder schwereren Fahrern werden jedoch weiche Federn, begrenzte Dämpfung und Durchschlagen kritisiert. Auch das Gewicht wird ambivalent bewertet – auf der Straße stabilisierend, beim Aufheben oder in anspruchsvollen Passagen spürbar. Insgesamt sehen die Quellen die Honda weniger als Sportgerät, sondern als robuste, vielseitige und sehr lernfreundliche Dual-Sport-Maschine. ([dirtbiketest.com]) Quellen: dirtbiketest.com; adventure-motorcycling.com; rideadv.com. Quelle ansehen