Man merkt sofort, dass hier nicht nur ein Motor-Update passiert ist, sondern ein klares Feintuning am Gesamtcharakter. Der große V2 liefert einen breiten Schub, der auf der Straße spielerisch überholt und im Gelände das Tempo mühelos hält, solange man sauber dosiert. Das Fahrwerk wirkt auf schlechten Asphaltkanten und Wellblech souverän und gibt mir das Vertrauen, auch mit Gepäck nicht ständig auf Reserve fahren zu müssen. Gleichzeitig bleibt die Front präzise genug, um Kurveneingänge aktiv anzubremsen und die Linie nach dem Einlenken zu „nageln“. Die Ergonomie passt zum Anspruch: viel Kontrolle im Stehen, aber nicht so kompromisslos, dass die Anfahrt zur Schotterpiste zur Strafe wird.
In der Stadt fällt mir als Erstes auf, wie präsent der Motor schon bei niedriger Drehzahl anschiebt: ein kurzer Spalt im Verkehr, ein Dreh am Gas, und die Fuhre schiebt mit Nachdruck nach vorn, ohne dieses nervöse Rucken, das manche große V2 im Bummeltempo zeigen. Auf der Landstraße ist das Motorrad dann plötzlich kleiner, als es die vollgetankten 248 kg vermuten lassen: Es kippt willig in lange Radien, hält die Linie sauber und gibt beim Rausbeschleunigen richtig Traktion, solange man den Grip nicht mit dem rechten Handgelenk überfährt. Die klassische R-Abstimmung mit 21/18 und langem Federweg fühlt sich wie die klare Ansage an: Schotter, Kanten, Wellen – her damit. Gegenüber der 1390 Super Adventure S und S EVO wirkt die R weniger „Touring-Luxus“, dafür direkter und robuster im Gelände. Wer hingegen eigentlich die Super Duke R EVO im Kopf hat, bekommt hier nicht deren Aggro-Frontlastigkeit, aber erstaunlich viel von diesem Punch – nur eben auf Langstrecke und mit Offroad-Reserve.
Wenn du eine große Reiseenduro suchst, die im Gelände nicht nur so tut als ob, ist das hier ein sehr stimmiges Statement. Sie fährt sich erstaunlich präzise, hat massig Druck und wirkt insgesamt konsequent auf „R“ getrimmt. Komfort-Fans greifen eher zur S oder S EVO. Ich würde sie wählen, wenn die Route öfter abseits des Asphalts endet.
Im Netz ist der Tenor klar: Viele sehen die 2026er 1390 Super Adventure R als konsequente Offroad-Spitze der Baureihe, weil KTM das Paket mit neuem Bodywork, kürzerem Windschild und mehr Schutz/Robustheit deutlich stärker in Richtung „R“ schiebt. Mehrere Quellen betonen außerdem die neue Elektronik-Generation mit dem großen, hochformatigen 8-Zoll-Display samt Bedienbarkeit mit Handschuhen sowie die erweiterten Assistenz- und Konnektivitätsfunktionen, was die Reise- und Alltagsnutzung aufwerten soll. Technisch wird vor allem der Schritt auf 1350 cm³ und das Camshift-Konzept als Grund genannt, warum das Motorrad untenrum fahrbarer und gleichzeitig obenraus noch druckvoller wirken dürfte. Bei US-Medien fällt zudem auf, dass Verfügbarkeit/Produktionsstart und Preis recht konkret kommuniziert werden, was für Kaufinteressenten Planungssicherheit schafft. Insgesamt wird die R online eher als „härter, geländetauglicher, weniger Sofa“ eingeordnet, während die S-Varianten als die komfort- und technikorientierten Alternativen gelten. Quelle ansehen