Schon beim ersten Herausbeschleunigen wird klar: Hier geht es nicht um „schnell“, sondern um dominierend. Der V2 liefert diesen typischen Super-Duke-Schub, nur erwachsener dosierbar, sodass ich am Kurvenausgang mehr Vertrauen in den Grip aufbaue, statt nur gegen das Drehmoment zu kämpfen. Das Chassis wirkt dabei straffer und präziser, die Front bleibt stabil, wenn man spät und hart an den Bremspunkt geht. Elektronikseitig ist das Paket so umfangreich, dass man sich Zeit fürs Setup nehmen muss, um wirklich das eigene Optimum zu finden. Im Markt steht sie als kompromisslose Hyper Naked zwischen den V4-Hitzköpfen aus Italien und den klinisch-perfekten Vierzylindern, mit einem sehr eigenen, mechanisch-brachialen Charakter. Wer genau das sucht, bekommt ein Motorrad, das auf der Landstraße fast schon zu viel kann – und gerade deshalb so fasziniert.
Diese Winglets sind nicht nur Show: Ab Tempo wird die Front spürbar ruhiger, und genau da beginnt die 1390 Super Duke R, richtig ernst zu werden. Ich sitze kompakt, mit Druck am Vorderrad, und beim Anbremsen in schnelle Kurven fühlt sich das Bike an, als würde es sich in den Asphalt krallen – vorausgesetzt, du triffst deine Bremspunkte sauber. Der V2 schiebt nicht einfach nur, er „zieht“ aus der Mitte heraus mit so viel Nachdruck, dass ich am Kurvenausgang bewusst früher auf Linie und Traktion denke als auf Mut. Gleichzeitig wirkt die Gasannahme weniger ruppig als bei älteren Super-Duke-Generationen, was das schnelle Fahren flüssiger macht. Gegen eine Ducati Streetfighter V4 ist die KTM weniger Hochdrehzahl-Oper, dafür mehr Faustschlag und Drive; gegenüber einer Aprilia Tuono V4 wirkt sie brachialer aus dem Keller, aber auch kompromissloser in der Art, wie sie dich arbeiten lässt. Unterm Strich: Hyper Naked, die nicht posen will, sondern jagen.
Ein Motorrad für Leute, die ihr Fahren ernst nehmen und ein Bike wollen, das zurückdrückt. Der Punch ist gigantisch, die Front wirkt stabiler, und die Elektronik kann vom Sicherheitsnetz bis zur Spielwiese reichen. Gleichzeitig verlangt sie saubere Inputs und ein bewusstes Setup. Wenn du Hyper Naked als Sportgerät verstehst, ist das hier ganz weit vorn.
In den Online-Tests wird der Motor häufig als erstaunlich linear und zugleich brutal beschrieben, gerade weil die variable Einlass-Steuerung den Übergang zwischen den Nockenprofilen sehr unauffällig hinbekommt; das sorgt für Druck ohne „Schaltkanten“-Drama. ([motorcyclenews.com]) Mehrere Quellen loben außerdem die enorme Elektronik-Bandbreite (Fahrmodi, Traktions- und Wheelie-Regelung, ABS-Logiken) und die Möglichkeit, das Motorrad von „Straße“ bis „Track“ sehr weit zu personalisieren, weisen aber auch darauf hin, dass manche Funktionen paket- bzw. freischaltabhängig sein können. ([motorcyclenews.com]) Beim EVO-Thema steht das semiaktive WP-Fahrwerk im Fokus: Es wird als sehr kompetent beschrieben, weil es Komfort und Stabilität zusammenbringt und sich je nach Modus deutlich anders anfühlt. Quelle ansehen