Motorsound · Akrapovič-Auspuff
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Zwischen Reiseenduro und Sportgerät positioniert sich die F 900 GS ungewöhnlich klar: Sie will nicht nur Kilometer abspulen, sondern aktiv gefahren werden. Der 895-cm³-Zweizylinder hängt direkt am Gas, entwickelt kräftigen Schub aus mittleren Drehzahlen und reicht mit 105 PS auch für sehr zügige Überholmanöver. In schnellen Kurven vermittelt das Fahrwerk viel Ruhe, während die schmale Ergonomie beim Wechsel vom Sitzen ins Stehen einen echten Vorteil bringt. Mit 219 Kilogramm fahrfertig ist sie deutlich handlicher als die frühere F 850 GS und lässt sich auf losem Untergrund leichter korrigieren, wenn die Linie einmal nicht passt. Die Höchstgeschwindigkeit von rund 200 km/h macht sie autobahntauglich, der vergleichsweise kompakte Tank setzt auf langen Etappen allerdings frühere Tankstopps. Wer die BMW mit Enduro-Paket bestellt, erhält eine deutlich ernsthaftere Geländemaschine; ohne diese Option bleibt sie der überzeugende Allrounder.
Der schmale Tank ist das Detail, das sofort hängen bleibt: Die F 900 GS fühlt sich dadurch zwischen den Knien deutlich schlanker und im Stehen aktiver an als ihre Vorgängerin. Auf kurvigen Landstraßen lenkt sie präzise ein, bleibt beim Umlegen erstaunlich leichtfüßig und baut beim Herausbeschleunigen ordentlich Druck auf. Der Zweizylinder liefert sein Drehmoment breit und kontrollierbar, ohne im unteren Bereich nervös zu wirken. Beim harten Anbremsen bleibt die Front stabil, auch wenn die Bremsanlage eher souverän als sportlich bissig arbeitet. Im Gelände spielt die BMW ihre 21-Zoll-Vorderradführung, die langen Federwege und die fein regelbare Elektronik aus. Gegen eine Yamaha Ténéré 700 wirkt sie technisch aufwendiger und kräftiger, gegen eine KTM 890 Adventure R weniger radikal. Ihr eigentlicher Trumpf ist die Balance: schnell auf Asphalt, ernst zu nehmen auf Schotter und trotzdem alltagstauglich.
Die BMW F 900 GS 2027 ist keine weichgespülte Mittelklasse-GS mehr, sondern eine agile Reiseenduro mit spürbarem Offroad-Anspruch. Ihr Motor liefert starken Punch, das Fahrwerk bleibt auch bei zügigem Tempo souverän und die Ergonomie passt zum aktiven Fahren. Gegen Ténéré 700 und Tuareg 660 punktet sie mit Elektronik und Leistung, gegen die KTM 890 Adventure R mit mehr Gelassenheit. Der Haken: Mit sinnvollen Paketen wird sie schnell teuer.
Die aktuellen Tests zeichnen ein sehr einheitliches Bild. FeelMotoFree bewertet die F 900 GS als deutlich agiler und offroad-tauglicher als die frühere F 850 GS, lobt den kräftigen Motor und die ernsthafte Fahrwerksreserve, kritisiert aber die schnell wachsenden Kosten mit Ausstattungspaketen. Super7moto sieht sie als besonders vielseitige Reiseenduro, die Stadt, Autobahn, kurvige Landstraßen und Schotter überzeugend verbindet, merkt jedoch an, dass die Ergonomie ohne Enduro-Paket beim Fahren im Stehen nicht für jeden ideal ist. Autocar India hebt den druckvollen Durchzug, die kontrollierbare Leistungsabgabe und das ausgewogene Handling hervor. Weniger überzeugend finden die Tester den Quickshifter, den Sitzkomfort auf langen Etappen und teilweise die Reifenhaltbarkeit. Insgesamt gilt die BMW als gelungener Schritt weg von der behäbigeren Vorgängerin, mit stärkerem Offroad-Fokus, aber nicht als kompromissloseste Lösung im Segment. Quellen: bmwmotorcycles.com; bmwmotorcycles.com; press.bmwgroup.com. Quelle ansehen