Touring heißt hier nicht Luxusshow, sondern mehr Reichweite, mehr Gepäckkomfort und weniger Nachdenken vor der nächsten langen Etappe. Der bewährte 645-cm³-V2 schiebt linear an, bleibt bei niedrigen Drehzahlen elastisch und dreht oben sauber aus, ohne jemals aggressiv zu werden. Mit 71 PS ist die Suzuki auf der Landstraße flott genug, bei voller Beladung und hohem Autobahntempo aber kein Kraftpaket. In Kurven überrascht sie mit präziser, leichtfüßiger Linienwahl, obwohl die 213 Kilogramm beim Rangieren deutlich spürbar bleiben. Die Bremsen arbeiten kontrolliert und alltagstauglich, verlangen für kräftige Verzögerungen jedoch einen entschlossenen Griff. Ihre Stärke liegt klar im entspannten Reisetempo: lange Tage, wechselnde Straßenbeläge und ein Fahrer, der lieber ankommt als imponiert.
Die V-Strom 650XT Touring steht im Adventure-Segment dort, wo Vernunft plötzlich richtig viel Spaß macht: als unkomplizierte Reiseenduro für Fahrer, die Kilometer statt Instagram-Momente sammeln wollen. Ihr 90-Grad-V2 liefert keinen brutalen Punch, sondern sauberen Druck aus niedrigen Drehzahlen, hängt direkt am Gas und lässt sich aus Kurven wunderbar kontrolliert herausbeschleunigen. In schnellen Wechselkurven wirkt sie neutral und gutmütig, beim harten Anbremsen aber eher solide als sportlich. Genau das passt zu ihrem Charakter. Die Touring-Ausstattung macht aus der ohnehin komfortablen Basis eine überzeugende Langstreckenpartnerin, während Speichenräder, Schutzteile und die entspannte Ergonomie auch Schotterpassagen erlauben. Gegen eine Yamaha Tracer 7 wirkt sie gelassener und reisetauglicher, gegen eine Honda Transalp modernerer Generation weniger technisch ambitioniert. Wer maximale Elektronik oder Enduro-Leichtigkeit sucht, ist hier falsch. Wer ein ehrliches, langlebiges und vielseitiges Motorrad will, findet einen erstaunlich stimmigen Allrounder.
Als Touring Edition macht die V-Strom 650XT genau das, was sie seit Jahren auszeichnet: Sie verbindet Komfort, Verlässlichkeit und unkompliziertes Handling zu einem sehr runden Gesamtpaket. Der V2 ist angenehm druckvoll, das Fahrwerk souverän und die Ergonomie langstreckentauglich. Gegen modernere Konkurrentinnen fehlen Elektronik und Spitzenleistung, dafür bleibt die Suzuki ehrlich, robust und leicht beherrschbar.
Die im Netz auffindbaren Tests zeichnen ein bemerkenswert einheitliches Bild. Die V-Strom 650XT wird überwiegend als komfortable, wirtschaftliche und sehr vielseitige Reiseenduro beschrieben, deren großer Pluspunkt der geschmeidige V2 mit gut nutzbarem Drehmoment ist. Besonders gelobt werden die neutrale Sitzposition, die Langstreckentauglichkeit, der berechenbare Grip und das gutmütige Fahrverhalten auf Asphalt. Auf Schotter funktioniert sie ebenfalls überzeugend, solange man ihr Gewicht respektiert und sie nicht mit einer echten Leichtenduro verwechselt. Im Vergleich mit Honda NC750X und Yamaha Tracer 7 punktet sie bei Reichweite, Windschutz und Alltagstauglichkeit, verliert aber beim Thema Motorcharakter und moderner Elektronik. Wiederkehrende Kritik betrifft die eher weiche Abstimmung, die begrenzte Offroad-Freiheit und den nicht perfekten Windschutz. Insgesamt bleibt der Tenor klar: kein aufregender Technologieträger, sondern ein äußerst brauchbares Motorrad mit starkem Preis-Leistungs- und Zuverlässigkeitsruf. Quelle ansehen